Billigangebote boomen - Positive Prognose für 2005
Leselust macht Branche wieder optimistisch

Die anhaltende Geiz-ist-geil-Welle verdirbt der Buchbranche nicht das Geschäft. „Wir können wieder optimistisch sein. Auf das eine Prozent Wachstum des vergangenen Jahres können wir aufbauen“, sagte Dieter Schormann, Vorsteher des Börsenvereins des deutschen Buchhandels, dem Handelsblatt.

HB DÜSSELDORF/KÖLN. Eine konkrete Prognose will der Gießener Buchhändler allerdings nicht abgeben. Zu unsicher seien derzeit die wirtschaftlichen Bedingungen in Deutschland. Im Dezember sagte Schormann noch: „Ich gehe davon aus, dass wir 2005 ein leichtes Plus zwischen einem und zwei Prozent erwirtschaften werden.“

Eine Studie der Gfk macht der Branche derzeit Mut. Die Nürnberger Marktforscher fanden heraus, dass im vergangenen Jahr die Zahl der Buchkäufer einen Rekordwert erreicht hat. Zum ersten Mal seit acht Jahren stieg sie wieder auf 35 Millionen - Deutschland im Lesefieber. Die erfolgreichen Buchreihen von „Süddeutscher Zeitung“ und „Bild“, dem Boulevardblatt des Zeitungsriesen Axel Springer, haben den Boom ausgelöst. „Die Nachfrage nach Lesestoff ist ungebrochen“, freut sich Schormann. Allein 350  000 Büchermuffel haben durch die Billig-Leinenbücher wieder den Weg in eine Buchhandlung gefunden. „Davon können andere Branchen nur träumen“, schwärmt der Börsenvereinschef.

Auch die Verlage spüren eine Renaissance des Lesens. „Das Medium Buch hat einen neuen Stellenwert bekommen, weil wir einen Rückgriff auf alte Werte haben“, sagt Stefan Lübbe, Verleger der gleichnamigen Verlagsgruppe in Bergisch Gladbach. Die neue Leselust hat aber ihre Schattenseiten. Denn die Bereitschaft der Leser, für Bücher auch wirklich Geld auszugeben, nimmt durch die Billigangebote ab. Wegen der preiswerten Bestseller von „Bild“ und „Süddeutscher Zeitung“ sinkt der Durchschnittspreis für die Hardcover-Version. Hinzu kommt der Druck aus dem Handel. Allein der Marktführer Thalia, eine Tochter des Mischkonzerns Douglas, eröffnet in diesem Jahr neun neue Buchhandlungen mit einer Einzelfläche von bis zu 2500 Quadratmetern. „Wir wollen renditeorientiert wachsen, sowohl durch Neueröffnungen als auch durch Akquisitionen“, sagt Thalia-Chef Michael Busch.

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