Kultur + Kunstmarkt
Biografie Rolf Hochhuth

1931 1. April: Rolf Hochhuth wird in Eschwege als Sohn eines Schuhfabrikanten geboren.

1951-1955 Nach Abschluß einer Buchdruckerlehre arbeitet Hochhuth in verschiedenen Buchhandlungen in Marburg, Kassel und München. Nebenher ist er Gasthörer an den Universitäten in Heidelberg und München.

1955-1963 Lektor im Bertelsmann-Lesering. Während dieser Tätigkeit arbeitet Hochhuth an der Herausgabe verschiedener Werksausgaben und Erzählanthologien mit.

seit 1963 Hochhuth lebt als freier Autor in Riehen bei Basel. Einer seiner Förderer wird Karl Jaspers. Der Schwerpunkt seiner Themen liegt auf der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus. Seine Werke sind mit dokumentarischem Beweis- und Belastungsmaterial angereichert, die Hochhuth in umfangreichen Recherchen zusammengetragen hat. Hochhuth wird damit zu einem der Hauptvertreter des sogenannten Dokumentartheaters der 60er Jahre. Dabei entwickelt er sich zu einem der erfolgreichsten und umstrittensten Dramatiker in der deutschsprachigen Bühnenwelt.

1963 Die Uraufführung seines ersten Schauspiels "Der Stellvertreter. Ein christliches Trauerspiel" in der Inszenierung von Erwin Piscator wird zu einem Welterfolg. Das Stück wird heftig diskutiert, weil Hochhuth darin die Frage auwirft, ob Papst Pius XII. und die katholische Kirche eine Mitschuld an der Judenverfolgung im nationalsozialistischen Deutschland treffe.

1967 Uraufführung des Stückes "Soldaten, Nekrolog auf Genf" an der Freien Volksbühne Berlin. In seinem zweiten Bühnenwerk untersucht Hochhuth die Mitverantwortung Winston Churchills an den Luftangriffen auf deutsche Städte im Zweiten Weltkrieg.

1979 Uraufführung des Stückes "Juristen", in dem der Rolle ehemaliger NS-Richter in der Bundesrepublik nachgegangen wird. Hochhuths Recherchen stehen dabei in engem Zusammenhang mit dem Rücktritt des baden-württembergischen Ministerpräsidenten und ehemaligen Marine-Richters Hans Filbinger.

1980 Mit seinem Stück "Ärztinnen" klagt Hochhuth die Pharmaindustrie an, um des Profites willen Menschen zu opfern. Verleihung des Literaturpreises der Stadt München und des Verbandes bayerischer Verleger sowie des Geschwister-Scholl-Preises für Literatur.

1984 In dem Stück "Judith" wird das geplante Attentat einer Einzelnen auf den amerikanischen Präsidenten Reagan als "Rebellion der sonst Ohnmächtigen" gerechtfertigt.

1989 In dem Stück "Unbefleckte Empfängnis" kämpft Hochhuth für die Legalisierung der Leihmutterschaft.

1990 Uraufführung des szenischen Totentanzes "Sommer 1914" am Wiener Akademietheater. In dieser Szenenfolge wird die Schuld der Deutschen am Ersten Weltkrieg diskutiert. Auszeichnung mit dem Jacob-Burckhardt-Preis der Basler Goethe Stiftung.

1993 Uraufführung des Wiedervereinigungsstückes "Wessis in Weimar" am "Berliner Ensemble". Darin wird das Verhalten der Westdeutschen gegenüber den ehemaligen DDR-Bürgern im allgemeinen und die Praktiken der Treuhandanstalt im besonderen thematisiert. Mit der Aufführung zeigt sich Hochhuth nicht einverstanden. Eine weitere Uraufführung, die sich enger an die Vorlage hält, findet am Hamburger Ernst-Deutsch-Theater statt.

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