Bode-Museum
Berliner Luftigkeit

Nicht nur die Architektur des neuen Bode-Museums ist eine Reise wert. Im Innern stehen Skulpturen auch mal neben Kunsthandwerk, eine Mischung, die man in ihrer Verwegenheit sonst nur in der Berliner U-Bahn findet.

BERLIN. Wer dieser Tage nach Berlin fährt, um einen Koffer dort zu lassen (der hoffentlich eine der neuen Reisetaschen von Comme des Garçons Shirt for Fred Perry ist), kommt in einem Museum an, nämlich dem neuen Hauptbahnhof, den man eigentlich in Formaldehyd einlegen und bewahren sollte als Mahnmal dafür, was passiert, wenn Bürokraten die Pläne von Architekten nach dem Grundgesetz des Sparens bearbeiten. Bis die Nachbesserungen fertig sind, wirkt die außen stolze Kathedrale in den Untergeschossen jedenfalls wie gestapelte Mehrzweckhallen mit integriertem stillem Stadtteilfest, auf dem überarbeitete Männer beim Warten auf den Abendzug ihre Gespräche in die Headsets ihrer neuen Palm Treo 750v flüstern. Gespenstisch.

Umso unfassbarer, als nur wenige hundert Meter weiter gezeigt wird, wie es geht: Im per Kanzler-Beschluss praktisch neu gebauten Bode-Museum auf der Museumsinsel, einer Art Perle, die unser aller Hauptstadt unter Schmerzen geboren hat, aber dafür wunderschön – „arm, aber sexy“ war nicht mehr so umwerfend, seit Norma Jean Baker nach Hollywood ging, um Marilyn Monroe zu werden.

Die Geschichte des eigentlich recht jungen Hauses ist bewegt wie die des Landes. Die Bauzeit war zwischen 1897 und 1904, aber Ernst von Ihne, Hofarchitekt von Friedrich III., gab dem Gebäude ein bisschen historisch wirkenden Glamour. Wahrscheinlich war der Buchhalter gerade auf dem Klo, und er dachte sich: Was soll’s!

Die Sammlung von Wilhelm Bode (später von Bode) überlebte knapp das deutscheste aller Jahrhunderte im Zentrum von „det Janze“, ob das nun Krieg, Diktatur oder real existierende Restaurierungsversuche bedeutete. Nach der erfolgreichen Wiederbelebung umspült die Spree nun einen Palast voller Geld; neben der byzantinischen Kunst gehört zum Haus auch die Münzsammlung. Zu sehen ist das voll ausgelebte, zur Gründung hypermoderne Konzept der Period Rooms, der Räume, die einzelnen Epochen gewidmet sind und dabei verschiedenste Kunstformen nebeneinander zeigen – hier stehen Skulpturen auch mal neben Kunsthandwerk, eine Mischung, die man in ihrer Verwegenheit sonst nur in der Berliner U-Bahn findet.

Oder in der Kollektion von Jamiroquai-Sänger Jay Kay für Hugo Boss (der Kaschmir-Hoodie!). Großstädtisches Denken, zum Nutzen und zur Freude aller umgesetzt. Ohne pathetisch wirken zu wollen: Es ist eine Reise wert. Egal, wie man ankommt.

Besuchen: Die Museumsinsel und das Bode-Museum, Monbijou-Brücke, www.museumsinsel-berlin.de

Tragen: Reisetaschen von Comme des Garçons, Shirt for Fred Perry, Guerrilla Store, Brunnenstraße 152, 110 Euro, www.guerrilla-store.com

Benutzen: Palm Treo 750v, 649,50 Euro ohne VF-Vertrag bei VF, www.palm.com/de

Anziehen: Die Kollektion JK for Hugo, www.hugoboss.com

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%