Bonnard bis Warhol
Vertrauen in den Markt

Die nächsten beiden Wochen werden für die großen Auktionshäuser rosig. Christie's, Sotheby's und Philipps wollen in den nächsten zwei Wochen 600 Millionen Dollar in sechs Auktionen erzielen.
New York

Barbara Kutscher New York Das Geschäfts- und Bankenzentrum an der Park Avenue bietet einen ungewöhnlichen Anblick: Vor dem berühmten Seagram Building lümmelt sich ein sieben Meter hoher, grellgelber Teddybär gegen eine riesige schwarze Schreibtischlampe. Die einfache Erklärung: Die Besitzer des stählernen Bären, Alberto Mugrabi und Aby Rosen, wollen ihn verkaufen, und der denkmalgeschützte Wolkenkratzer gehört zu Rosens Immobilienunternehmen RFR. Urs Fischers Skulptur "Lamp/Bear" (2005/06) soll bis August bleiben, zwischendurch aber via Christie's am 11.Mai für etwa 10 Millionen Dollar die Besitzer wechseln.

Ein Mangel an Zuversicht kann den drei großen Versteigerern Christie's, Sotheby's und Phillips derzeit sicher nicht vorgeworfen werden. Sie planen, mit sechs Abendauktionen zu den Sammelgebieten von den Impressionisten bis zur zeitgenössischen Kunst in den kommenden zwei Wochen fast 600 Millionen Dollar einzuspielen.

An den Geschmack neuer Käufergruppen appellieren am 3. und 4. Mai etliche Lose in den Katalogen "Impressionisten und Moderne". Wie sonst wäre das späte, schwülstig-erotische Dali-Pastell "Trio Féminin" bei Christie's zu erklären? Der saudi-arabische Unternehmer Akram Ojjeh hatte es direkt vom Künstler übernommen und 1999 in einer Tagesauktion veräußert. Am Abend des 4. Mai werden dafür 400 000 bis 600 000 Dollar erwartet. "Kräftige Farbe ist der gemeinsame Nenner unserer besten Lose", so Conor Jordan, Christie's Abteilungsleiter New York.

Mit feurigen Rot- und Orangetönen lockt etwa Maurice de Vlamincks sehr schöne Landschaft "Paysage de Banlieue" aus dem wichtigen Jahr 1905, die Hedge-Fonds-Milliardär Steven A. Cohen einlieferte. Beim letzten Marktauftritt 1994 kostete das Bild 6,8 Millionen Dollar. Nun sollen ehrgeizige 18 bis 25 Millionen Dollar Vlaminck in die Topränge der französischen Avantgardegruppe "Fauves" (Die Wilden) hieven. Vlamincks Spitzennotierung verharrt seit 1990 bei 10,7 Millionen Dollar.

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