Brafa Brüssel: Traditionsmesse für ein bürgerliches Publikum

Brafa Brüssel
Traditionsmesse für ein bürgerliches Publikum

Vor allem bei holländischen und belgischen Besuchern steht die Brafa hoch im Kurs. In diesem Jahr findet die Brüsseler Kunstmesse zum 60. Mal statt. Wie immer mit einem Angebot, das von der Antike bis in die Gegenwart reicht.
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BrüsselDie Brüsseler Kunst- und Antiquitätenmesse Brafa hat ein ganz eigenes Flair (24. Januar bis 1. Februar 2015). Sie strahlt Gediegenheit und belgische Gemütlichkeit aus und zeichnet sich durch eine gezielt niedrig gehaltene Preisgestaltung aus. Ihr bürgerlich belgisch-holländisches Publikum ist traditionsbewusst, wird seit einigen Jahren jedoch immer internationaler. Dank ihres Erfolgsrezepts feiert die BRAFA in diesem Jahr ihr 60-jähriges Jubiläum.

Die Stärke der Brafa liegt auch in der Mischung von 40 Prozent belgischen Händlern und 60 Prozent ausländischen Teilnehmern. Für die Jubiläumsmesse sind 126 Aussteller aus zwölf Ländern angereist, die mit rund 20 Spezialgebieten aufwarten. Im Gegensatz zu den im Trend liegenden Gebieten Antike und Stammeskunst werden die Altmeister jedoch auch auf der Brafa immer rarer. Zahlenmäßig gut vertreten sind die Gemälde des 20. Jahrhunderts, die Skulpturen quer durch die Jahrhunderte, Arbeiten auf Papier und die dem belgischen Humor huldigenden Comics. Das Möbelangebot reicht vom Mittelalter bis zum Art-Déco, ebenso wie das Kunsthandwerk und die Kuriosa. Schmuck und Design runden das Angebot ab.

55.000 Besucher in 2013

Im Vorjahr flanierten 55.000 Besucher durch die großzügig gestalteten Gänge der Messe. Ein Besucherrekord, der jedoch in diesem Jahr keineswegs übertroffen werden muss, wie der Moderne-Händler und Präsident der Brafa, Harold t'Kint de Roodenbeke, betont. Wenn die Galeristen eine Messe selbst organisieren, gibt es eben keinen kommerziellen Profit-Imperativ, was für Aussteller und Besucher angenehm ist.

Am Stand des auf die Moderne spezialisierten Präsidenten de Roosenbeke werden Liebhaber eine Gouache von Fernand Léger finden, ein Entwurf für ein Mosaik von 1924. Das Blatt ist bescheiden im Verhältnis zu Giorgio de Chiricos Gemälde „Ettore e Andromaca“ von 1950, das Galerist Manuel Barbié aus Barcelona mitbringt. Die Pariser Galerie des Modernes bietet ein süßliches Mädchenporträt von Marie Laurencin (von 1950) an während Jörg Schuhmacher aus Frankfurt mit einer farbenfrohen „Composition“ von Maurice Estève aufwartet.

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Traditionsmesse für ein bürgerliches Publikum

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Malerei des 20. Jahrhunderts anstelle von Altmeistern

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