Britischer Autor
Buchpreis für Julian Barnes

Der renommierte Man-Booker-Preis für englischsprachige Literatur geht in diesem Jahr an den britischen Schriftsteller Julian Barnes. Die Jury ehrt den 65-Jährigen für Roman über Reise in die Vergangenheit. 
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LondonDie Jury ehrte den 65-Jährigen am Dienstagabend in London für seinen Roman „The Sense of an Ending“. Barnes erhielt den Preis im vierten Anlauf: Der Autor hatte bereits 1984, 1998 und 2005 zur engeren Auswahl gehört, war aber jedes Mal leer ausgegangen.

Er sei „ebenso erleichtert wie erfreut“ über die Auszeichnung, sagte Barnes, als er den mit umgerechnet 57.000 Euro dotierten Preis in der Londoner Guildhall entgegennahm. Der Man-Booker-Preis ehrt jedes Jahr einen Autor aus einem Commonwealth-Staat oder der Republik Irland. In „The Sense of an Ending“ geht es um einen Rentner, der in seine Jugend zurückkehrt und feststellt, dass seine Erinnerungen fehlerhaft sind. Die Vorsitzende der Jury, die frühere Chefin des Inlandsgeheimdienstes MI5 Stella Rimington, sagte, das Buch lade zum mehrmaligen Lesen ein. Die Jury meine, Barnes' Roman sei „ein wunderschön geschriebenes Buch, das zur Menschheit des 21. Jahrhunderts spricht“.

Jon Howells vom großen britischen Verlag Waterstone bezeichnete die Entscheidung der Jury als richtig. „Julian Barnes ist ein würdiger Preisträger“, sagte er. Es sei keineswegs eine Entscheidung „für den richtigen Autor und das falsche Buch“, sondern bei „The Sense of an Ending“ handle es sich um einen „brillanten Roman, der den Leser lange nach Beenden des Lesens beschäftigt“. Im Vorfeld der diesjährigen Preisverleihung hatte es heftige Kontroversen gegeben. Kritiker monierten, die aus sechs Büchern bestehene Shortlist für den Preis sei populistisch, sogar ein Gegen-Preis wurde ins Leben gerufen. Barnes sagte in Anspielung dazu: „Ich danke den Juroren für ihre Weisheit und den Sponsoren für ihren Scheck.“

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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