Buchbranche
Händler und Verleger optimistisch

Die Buchbranche ist 2006 moderat gewachsen. Händler und Verleger schätzen die Aussichten für das laufende Jahr positiv ein.
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HB LEIPZIG. Der deutsche Buchmarkt ist im vergangenen Jahr gewachsen. Die gesamte Branche habe 2006 "über ein Prozent" mehr umgesetzt als im Vorjahr, sagte Gottfried Honnefelder, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, zur Eröffnung der Leipziger Buchmesse. 2005 betrug der Umsatz der Buchbranche zu Endverbraucherpreisen rund 9,2 Milliarden Euro. Zum dritten Mal in Folge verzeichne die Buchbranche damit ein leichtes Plus, sagte der Branchenchef.

"Der Buchmarkt in Deutschland konsolidiert sich auf einem mittleren Niveau", sagte Honnefelder. Nach einer Analyse geht gut ein Viertel der Buchhändler von einer guten bis sehr guten Umsatzentwicklung im ersten Halbjahr aus. Gut die Hälfte rechnet mit durchschnittlichen Umsätzen.

Im vergangenen Jahr lag die Belletristik mit plus 4,1 Prozent und einem Marktanteil von 32,3 Prozent weiter im Trend. Dabei seien Romane die Renner, teilte der Börsenverein mit. Mit einem Zuwachs von 17,4 Prozent bleibt auch das Hörbuch auf Erfolgskurs. Der Umsatzanteil der Audiobooks am gesamten Buchmarkt wuchs von 3,6 auf 4,2 Prozent. Auch hier sei Belletristik gefragt, aber auch gesprochene Kinder- und Jugendliteratur werde immer beliebter. Auf der anderen Seite gab es - mangels Bestsellern - 9 Prozent Verlust bei Kinder- und Jugendbüchern.

Dahingegen mussten Kinder- und Jugendbücher Einbußen von etwa neun Prozent hinnehmen. Schuld daran sei, so Honnefelder, dass im vergangenen Jahr kein neuer Harry Potter-Band auf den Markt kam. Da in diesem Sommer der letzte Potter-Band auf den Markt kommt, rechnet Honnefelder mit guten Ergebnisse auf dem Kinderbuch-Segment.

Angesichts des anhaltenden Konzentrationsprozesses stehen viele Buchhändler weiter unter wirtschaftlichem Druck. "Jedes fünfte Buch in Deutschland wird in der Filiale einer großen Kette gekauft", sagte Honnefelder. Keine Gefahr hingegen sei die digitale Welt. Die Digitalisierung von Texten sei vielmehr eine Chance. Dabei wird "Volltextsuche-Online" immer wichtiger. Auf dieser Datenbank und Such-Plattform können Verlage Buchinhalte in digitaler Form einstellen. Als Volltexte sind sie so im Internet weltweit recherchierbar, die Rechte bleiben beim Verlag. Bereits 120 deutsche Verlage hätten diese Möglichkeit schon genutzt, sagt Honnefelder. "Damit können neue Vermarktungswege für Literatur erschlossen werden."

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