Buchbranche
Sachbücher und Jugendbücher retten den Buchmarkt

Nach dem jahrelangen Abwärtstrend soll der deutsche Buchmarkt nach den Worten von Verbandschef Dieter Schormann in diesem Jahr endlich wieder auf einen Wachstumskurs einschwenken. Auch wenn das Wachstum in diesem Jahr noch verhalten sein wird, so gibt es dennoch optimistische Zeichen.

"Nach drei sehr schwachen Jahren werden wir in diesem Jahr sicherlich wieder mit einer schwarzen Null rechnen können. Es könnte auch eine Eins plus werden", sagte Schormann, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

Der geschätzte Umsatz der Buchbranche war 2004 erstmals nach drei Jahren wieder leicht gestiegen - um nur 0,1 Prozent auf 9,08 (Vorjahr: 9,07) Milliarden Euro. Dabei beschäftigte der Verlagsbuchhandel gut 22 000 Mitarbeiter, im Einzelhandel mit Büchern und Fachzeitschriften belief sich die Zahl der Beschäftigten auf rund 33 000.

Von der Frankfurter Buchmesse, die nächste Woche ihre Pforten öffnet, erwartet Schormann einen zusätzlichen Impuls. Sowohl die Zahl der Aussteller als auch die Ausstellungsfläche lege zu. "Das zeigt, dass die Zuversicht der Branche weltweit wieder zunimmt." Der Buchhandel sei eng verbunden mit der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung, und die sei nicht mehr auf Talfahrt. "Zudem haben Verlage und Buchhändler in den vergangenen Jahren viel gelernt was das Marketing angeht", sagte Schormann. Besonders die Verlage hätten sich angestrengt, mit neuem Design für Bücher, neuen Autoren und neuen Themenfeldern Leser zu gewinnen.

Aufwärtstendenzen gebe es an vielen Stellen, sagte Schormann. "Es gibt keine ganz ausgemachten Trends." Sachbücher seien wieder mehr gefragt und auch der Lern- und Lehrmittelmarkt ziehe an. Hörbücher, die zumeist zeitgleich mit den Buch-Neuerscheinungen an den Markt kämen, erfreuten sich weiter großer Beliebtheit. "Und auch der Kinder- und Jugendbereich hat Fahrt", sagte Schormann. "Zu einem Teil hat das sicher mit Harry Potter zu tun. Aber auch die Leselust bei Kindern und Jugendlichen ist allgemein wieder da."

Die Probleme mittelständischer Buchhändler sieht Schormann kurz- bis mittelfristig als nicht so groß an. "Die kleinen und mittleren Läden sind mit einer hohen Kreativität unterwegs und können Nischen ausfüllen. Diese Chance werden sie auch wahren." Aber der Markt sei in Bewegung. "Letztendlich werden wir eine Konzentration bei der Zahl an Buchhändlern sehen und ein Wachsen in den Flächen, das von Filialisten getragen wird."

Die Buchhändler vor Ort sehen sich auch dem Wettbewerb durch den Internet-Handel ausgesetzt. "Seit vier bis fünf Jahren wächst der Umsatz mit dem Internet-Handel schneller, aber die Kurve wird flacher", sagte Schormann. Dieser mache mittlerweile einen Anteil am Gesamtumsatz von fünf bis sechs Prozent aus. "Bis 2010 könnten vielleicht zehn Prozent erreicht sein. Das ist dann aber wahrscheinlich auch die Obergrenze", schränkte Schormann ein. Zudem seien mittlerweile rund 300 Buchhändler selbst mit einem Angebot im Internet vertreten.

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