Buchrezension „Eleonor und Park“
Die Dicke und der Asiate

Die erste große Liebe mit 16: Ein nicht ganz neues Thema, aber famos umgesetzt wie lange nicht: Rainbow Rowell ist mit „Eleonor und Park“ einen Jugendroman gelungen, der auch für Erwachsene ein Lesegenuss ist.
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„Dieser großartige Roman erinnert mich nicht nur daran, wie es ist, jung und verliebt in ein Mädchen zu sein, sondern auch daran, wie es ist, jung und verliebt in ein Buch zu sein.“ So urteilt John Green, der inzwischen auch in Deutschland sehr bekannt ist – allein schon durch seinen Bestseller „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“.

In den USA kennen den Autor Millionen von Lesern schon sehr viel länger. Auch seine Bücher „Margos Spuren“, „Die erste Liebe nach 19 vergeblichen Versuchen“ oder „Eine wie Alaska“ waren große Erfolge – und selten haben das Rezensenten einem Autor so gegönnt wie John Green.

Rainbow Rowell ist eine legitime Nachfolgerin. Ihr „Eleonor und Park“ ist stilistisch anders als John Green, schafft es aber auf eine sehr ähnliche Weise zu fesseln und Emotionen zu wecken.

Das Buch ist nicht nur für Jugendliche, sondern auch für Erwachsene, die sich gern an ihre Jugend erinnern lassen wollen. Wer denkt schon nicht gern an die erste große Liebe zurück?! Nicht, weil die Gefühle nur positiv waren. Sondern weil man selten so viele Emotionen wahrnahm wie in dieser Zeit.

Und die Geschichte von Eleonor und Park nähert sich so geschmeidig wie intensiv all dem, was die meisten von uns mit der ersten Liebe verbinden: Mit Sicherheit kein kitschiges Glück, ganz bestimmt keine Pseudo-Romantik, sondern einfach nur das echte Innenleben von zwei extrem glaubwürdigen jungen Menschen mit Eigenschaften, wie wir sie alle haben. Aber eben auch einem Umfeld, in das man sich hineinversetzen muss – abgesehen davon dass es in den später 80ern spielt, als man noch Matlock guckte und Tom Selleck ein Held war.

Eleonor ist arm, das weiß Park. Und er kennt solche Familien aus der Nachbarschaft durchaus. Aber Park ahnt nicht, mit welchen Entbehrungen sie tatsächlich umgehen muss: Eleonor hat über weite Strecken keine Zahnbürste, kann nicht duschen, fährt hungrig zur Schule.

Ihre Klamotten trägt sie nicht deshalb so schäbig, weil sie es cool findet, sondern weil nichts anderes da ist. Sie erzählt ihm das lange nicht und lässt ihn stattdessen immer wieder mit einem Fragezeichen auf der Stirn zurück. Und sie erzählt ihm nicht, wovor sie am meisten Angst hat.

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