Buchtipp: Das Digital Die unheimliche Macht der Datenkapitalisten

Künftig werden die Firmen mit den meisten Daten die Märkte dominieren. Sie können daraus Super-Algorithmen bauen. Die Folge: Facebook, Google und Co. reißen alle Macht an sich. Zum Glück kennen die Autoren ein Gegengift.
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Künftig werden einige wenige Firmen wie Facebook und Google die Märkte dominieren - denn sie haben die meisten Daten. Quelle: dpa
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Künftig werden einige wenige Firmen wie Facebook und Google die Märkte dominieren - denn sie haben die meisten Daten.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDer Satz fehlt garantiert auf keiner Podiumsdiskussion oder in Vorträgen über die Digitalisierung: „Daten sind das neue Öl.“ Doch wie eine Welt aussehen wird, in der Informationen als Antrieb dienen, weiß niemand so genau.

Der Wissenschaftler Viktor Mayer-Schönberger und der Journalist Thomas Ramge suchen in ihrem Buch „Das Digital – das neue Kapital“ Antworten darauf, wie sich der gerade entwickelnde Datenkapitalismus auswirken wird.

Sie prophezeien einen „Neustart für Märkte“, „der auf Datenreichtum basiert und unsere gesamte Wirtschaft ähnlich stark verändern wird wie die industrielle Revolution“. Entsprechend radikal sind ihre Vorschläge, um die Folgen dieser Entwicklung abzumildern.

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Heutige Märkte sind extrem effizient, meist robust und „haben unsere Lebenserwartung und Lebensqualität drastisch erhöht“. Doch ihnen mangelt es an Transparenz bei der Preisbildung.

Die neuen Technologien ändern das: „Schon bald werden Märkte dominieren, auf denen umfassende Informationen über Angebot und Nachfrage schnell und kostengünstig verfügbar sind.“

Das ist zunächst von Vorteil. Benötigt etwa ein Käufer eine neue Bratpfanne, wüsste ein intelligentes System schon aus der Kaufhistorie, dass er einen Induktionsherd hat und auf die CO2-Bilanz des Versands achtet.

Auch die Gesellschaft profitiert: „Der Markt wird endlich sein volles Potenzial entfalten.“ Etwa, wenn er in der Logistik für mehr Effizienz sorgt oder passende Schüler und Lehrer per Algorithmus zusammenbringt.

Allerdings sind Märkte anfällig für Konzentrationsprozesse – erst recht im Zeitalter der Daten. Mit jeder Suche lernt Google mehr über die Interessen der Nutzer, mit jedem Kauf optimiert Amazon sein Angebot weiter.

Die Folge: „Die beliebtesten Produkte und Dienstleistungen werden am schnellsten besser, weil sie mit den meisten Feedbackdaten gefüttert werden.“

„Superstarfirmen“ konzentrieren alle Macht auf sich
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