Buchtipp „Generation Putin“: Das neue Russland verstehen

Buchtipp „Generation Putin“
Das neue Russland verstehen

Wie kann Präsident Putin bei den Russen so beliebt sein? Das Buch von Benjamin Bidder hilft, das Land besser zu verstehen, begleitet über Jahre hinweg Protagonisten und zeichnet ein facettenreiches Bild von Russland.
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DüsseldorfEin wenig Misstrauen ist wohl angebracht: Russlands Präsident Wladimir Putin ist verantwortlich für die Annexion der Krim, beschützt Syriens Machthaber Baschar al-Assad und soll nun auch noch persönlich befohlen haben, den US-Wahlkampf zu beeinflussen.

Was denken sich die Russen eigentlich, die ihren Staatschef auch noch leidenschaftlich bewundern? Der Westen schüttelt - bislang zumindest - recht einvernehmlich den Kopf. Die Alternative der Putin-Kritiker ist aber oft eine Politik der Abschottung, wo Kompromisssuche möglicherweise zielführender wäre.

Umso schlimmer, urteilt Autor Benjamin Bidder in seinem Buch „Generation Putin“, dass der Begriff „Russlandversteher“ in Verruf geraten sei. Denn das Wort schließe nicht aus, dass man russische Politik kritisieren dürfe. So verspricht er seinen Lesern im Untertitel - „das neue Russland verstehen“.

Ein riesiges Land - über 140 Millionen Russen - entschlüsseln? Ein durchaus vermessenes Ziel. Doch der ehemalige Russland-Korrespondent des „Spiegel“, inzwischen zurück in Deutschland, weiß geschickt eine Erzählform zu wählen, die Einblicke in ein facettenreiches Russland gibt.

Im Mittelpunkt des Geschehens steht eine Generation, die Anfang der neunziger Jahre das Licht einer veränderten Welt erblickt. „Sie wurden geboren, als mit der UdSSR das Land ihrer Eltern starb. Ihre Heimat Russland ist ein eigentümliches Gebilde, Produkt eines Zerfalls.“

Zu den Protagonisten des lesenswerten Buches gehört Lena aus der westrussischen Provinzstadt Smolensk, die Putin verehrt und von einer Politikerkarriere träumt. Da ist aber auch die junge Dissidentin Wera, die ihr Land von unten verändern will und daran nach und nach verzweifelt. Marat, ein Moskauer Dachkletterer, hat unstillbares Fernweh und Alexander, gebunden an seinen Rollstuhl, setzt alles daran, dass Menschen mit Handicap endlich in Russland ein selbstbestimmtes Leben führen dürfen.

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Das neue Russland verstehen

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Nie wird der Autor überheblich

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