Buchtipp „Generation Putin“
Das neue Russland verstehen

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Nie wird der Autor überheblich

Auch die Sicht auf Tschetscheniens Hauptstadt Grosny dürfte sich bei einigen Lesern verändern. Nach dem Wiederaufbau mit russischem Geld glänzt die Stadt vielerorts durch futuristische Glaspaläste. Der Preis ist das Leben unter dem fest von Moskau installierten Despoten Ramsan Kadyrow, dem Menschenrechtler Folter und Mord vorwerfen.

An diesem Ort lernt der Leser Taissa kennen, die in Grosny von einer Karriere als Modejournalistin träumt und von einem Platz „an dem mir niemand sagt, was ich darf und was nicht.“ Doch ihre Träume werden sich in Luft auflösen.

Und damit geht es ihr wie vielen anderen Alltagshelden, deren Geschichten chronologisch dokumentiert sind: Um sie herum schließen sich Freiräume, Oppositionelle werden drangsaliert, kritische Medien ausgeschaltet. Die gern betonte „Freiheit“ bezieht sich auf Wohnort, Auto oder Beziehung - nicht aber auf politische Freiheit.

Neben den fesselnden Lebensgeschichten der Protagonisten, macht auch der angeschlagene Ton des Autoren Lust auf die Lektüre. Nie wird er überheblich, hält vielmehr auch dem Westen einen Spiegel vor - ein lehrreicher Perspektivwechsel.

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Das neue Russland verstehen

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Simone Wermelskirchen
Simone Wermelskirchen
Handelsblatt / Redakteurin

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