Buchtipp „Hacken für Dummies“: Im Kopf des Feindes

Buchtipp „Hacken für Dummies“
Im Kopf des Feindes

Wer sich vor Hackern schützen will, muss wie ein Hacker denken. Der IT-Sicherheitsexperte Kevin Beaver gibt in seinem aktuellen Buch Ratschläge, wie man genau das macht – auch in Unternehmen.
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BerlinDie Gefahr durch Angriffe aus dem Netz auf die eigenen Firmencomputer oder Smartphones nimmt zu. Die Angriffe werden immer professioneller, die Angreifer immer spezialisierter. Als Auftrags-Hacker mit krimineller Energie lässt sich viel Geld verdienen. Den jährlichen Schaden für die deutsche Wirtschaft schätzen Experten auf zweistellige Milliardenbeiträge.

Für Nicht-Informatiker erscheint die Welt der Computersysteme oft undurchdringlich: Das Buch „Hacken für Dummies“ verspricht, dass man nach der Lektüre, „Methoden und No-Gos für das Hacken eigener Systeme“ kennt und Sicherheitsschwachstellen im Netzwerk erkennt. Autor ist der IT-Berater Kevin Beaver, der sich seit 21 Jahren mit IT-Sicherheit beschäftigt. Beaver hat bereits ein Dutzend Bücher zum Thema geschrieben und betreibt einen erfolgreichen Blog zu dem Thema.

Das Buch ist für die „Dummies“-Reihe typisch gut strukturiert in kleinere Kapitel, mit Einschüben und Extrahinweisen. Beaver deckt eine ganze Reihe von Themen in der IT-Sicherheit ab und will damit immer eines erreichen: Dass derjenige, der sein System eigentlich schützen will, lernt, wie ein Hacker zu denken. So soll er Schwachstellen aufspüren. 

So beschreibt Beaver allein auf 46 Seiten mithilfe von Screenshots, Schritt-für-Schritt-Anleitungen und Verweisen auf entsprechende Programme, wie man die Betriebssysteme Linux und Windows knackt. Er gibt dem Leser eine Anleitung und die Adresse für ein Programm, mit dem er den Pincode seines Handys knacken kann. Dem Leser wird so ganz klar vor Augen geführt, wie leicht so etwas ist.
Über weite Strecken setzt das Buch tiefere IT-Kenntnisse voraus und ist für „Dummies“ weniger geeignet. Doch auch wenn man als Laie am Ende nicht sofort befähigt ist, sein System zu hacken, lohnt sich das Lesen darüber, was wie geht.

Auch Mitarbeiter zu sicheren Passwörtern anhalten

Beaver schneidet alles an, was wichtig ist, wenn man sein System selbst auf Schwachstellen hin überprüfen will – von der Vorbereitung bis zur sauberen Dokumentation der Tests.

Am Ende gibt der Autor sogar Tipps, wie es der IT-Experte schaffen kann, das Management davon zu überzeugen, ihn bei seiner Arbeit zu unterstützen („Sorgen Sie für Verbündete und Geldgeber. Geben Sie nicht den Aufschneider.“).

Beaver deckt nicht nur die Methoden ab, in ein System einzudringen, die Hacken erfordern. Auch auf mögliche „physische Sicherheitslücken“ weist er hin, wie offen zugängliche Computer oder durchsichtige Fenster im Serverraum. Was wohl in keinem Buch über IT-Sicherheit fehlen darf: Wie bringe ich meine Mitarbeiter dazu, sichere Passwörter zu verwenden („Verwenden sie unterschiedlich lange Kennwörter“)?

Ebenso werden die Gefahren durch Social Engineering angesprochen, also verschiedene Methoden, das Vertrauen zu Mitarbeitern zu gewinnen um so an vertrauliche Daten zu kommen. 
Beavers Buch ist also vor allem für jene gedacht, die mit Worten wie Ping, Sweep, Host und Port etwas anfangen können. Für Anfänger bietet das Buch einen guten Einblick, wenn man bereit ist, sich etwas Mühe zu machen.

Dana Heide ist Korrespondentin in Berlin.
Dana Heide
Handelsblatt / Korrespondentin

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