Buchtipp: „Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken“
Von krankhafter Angst und hoffnungsloser Liebe

„Margos Spuren“ und „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ haben John Green zum Superstar gemacht. Jetzt hat er geschafft, woran viele scheitern: Ein Buch zu schreiben, das es mit den Vorgängern mehr als aufnehmen kann.
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DüsseldorfEin weltweit gefeierter Autor war John Green schon, bevor seine zwei Bestseller „Margos Spuren“ und „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ mit prominenter Besetzung ins Kino kamen. Fünf Jahre mussten seine Fans auf ein neues Buch warten und sich mit den Verfilmungen trösten.

Die kamen beim Publikum sehr gut an und brachten nicht zuletzt den Darstellern Ansel Elgort (Augustus) und Cara Delevingne (Margo) den Durchbruch. Was viele Green-Fans da noch nicht wussten: Der Autor litt unter Angststörungen.

Oft passiert in solchen Situationen in etwa so etwas: Der Schreiber hat Bedenken, den unermesslichen Erwartungen gerecht zu werden, verkrampft und es geht abwärts mit der Karriere. Und John Green sagte frei heraus, dass er tatsächlich Angst habe, nie wieder ein vergleichbares Buch schreiben zu können.

Diese Furcht hat er überwunden: Green hat ein Mutmachbuch geschrieben, das seine eigene Courage deutlich macht. „Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken“ wird allen gefallen, die Greens frühere Werke mögen. Aber es ist auch einzigartig.

Es gibt Krankheiten, von denen kann man nicht geheilt werden. Der Mensch kann nur lernen, mit ihnen zu leben. In diesem Buch geht es darum, wie die jugendliche Aza Holmes diesen Weg beginnt zu gehen. Äußerlich scheint sie gesund, aber ihre Gedanken kreisen permanent um „Displostomum pseudospathaceum“. Also darüber, dass in ihrem Körper zig Millionen Bakterien umherschwirren.

Dass ihr Körper, ihr Leben, aus fremden Bakterien besteht und Aza ihre Gedanken nicht beeinflussen kann. Sie fühlt sich mehr als nur fremd im eigenen Körper. Praktisch äußert sich das zum Beispiel so: Einen Kuss hält sie nicht aus, weil sie den Gedanken weder ertragen noch wegschieben kann, dass sie nun die Bakterien ihres Freundes Davis in sich aufnimmt.

Seite 1:

Von krankhafter Angst und hoffnungsloser Liebe

Seite 2:

Nicht nur für Jugendliche

Seite 3:

Ein Buch auch für den Autor selbst

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