Bundeskongress
Kommunale Kinos streben nach Neupositionierung

Angesichts knapper Kassen und veränderter Sehgewohnheiten müssen sich die kommunalen Kinos neu positionieren. Daher strebt der Bundesverband kommunale Filmarbeit eine Neudefinition ihrer Arbeit als „Kulturort Kino“ an.

HB WEIMAR. Diese Ansicht vertrat Christiane Scheindl vom Bundesverband kommunale Filmarbeit im Rahmen einer Tagung zur Zukunft dieser Filmhäuser am Freitag in Weimar. „Im Unterschied zu kommerziellen Kinos messen wir Spielfilm, Kurzfilm und Dokumentarfilm den gleichen Stellenwert bei“, sagte Schleindl der dpa weiter. Dem Verband gehören nach eigenen Angaben 150 kommunale Kinos an, zumeist in den alten Ländern.

„Wir müssen uns innerhalb der Kinolandschaft weiter profilieren, beispielsweise mit digitalem Kino“, sagte Schleindl, die in Nürnberg das Filmhaus leitet. Die besondere Atmosphäre, Filmangebote in Originalsprache oder zu speziellen Themen, Ländern oder Künstlern machten kommunale Kinos für verschiedene Gruppen interessant. „Damit sprechen wir auch Ausländer in Deutschland an“, sagte die Medienpädagogin. Zu Themenreihen, die der Verband unterstütze, gehörten beispielsweise Filme über die neuen EU-Mitgliedsländer oder Gesundheitsthemen wie Depressionen.

Ein Trend sei, dass die über 50-Jährigen stärker kommunale Kinos besuchten, auch wegen der Gesprächsangebote. „Junge Leute entwickeln teilweise ein ganz anderes Freizeitverhalten: Sie laden sich beispielsweise Filme aus dem Internet herunter oder machen es sich bei einem DVD-Abend mit Gleichaltrigen gemütlich.“

Der Bundesverband kommunale Filmarbeit fordert unter anderem, der Arbeit mit dem Film in den Schulen einen neuen kulturpolitischen Stellenwert einzuräumen. „Frankreich macht vor, was möglich ist“, sagte Schleindl.

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