BVDG
Kampf um den reduzierten Mehrwertsteuersatz

Der reduzierte Steuersatz von 7 Prozent ist existenziell für fast alle Galerien. Würde er kippen, verlöre die Impuls gebende deutsche Kunstszene ihre Wettbewerbsfähigkeit. Ein aktuelles Gutachten aus dem Finanzministerium dem Bundesrechnungshof setzt das verkehrte Zeichen.
  • 4

DÜSSELDORF. Der Bundesrechnungshof und das Finanzministerium empfehlen in einem Gutachten die Abschaffung des reduzierten Mehrwertsteuersatzes für Kunstwerke. Der Bundesverband Deutscher Galerien (BVDG) kämpft um dessen Beibehaltung. Mit gutem Grund. Dieses einzige "spartenübergreifende Bundesförderung" für Künstler und ihre Vermittler ist von existenzieller Bedeutung für Galerien, die dem globalen Kunstmarkt Impulse zu geben in der Lage sind. Eine Erhöhung würde zu gravierenden Wettbewerbs-Verzerrungen führen. Die beiden härtesten Konkurrenten im europäischen Kunstmarkt fördern die Kunst durch einen abgesenkten Steuersatz: Frankreich mit 5,5 Prozent, England mit 5 Prozent.

Konzertkarten bleiben begünstig

"Kunstwerke sind einmalig", so Klaus-Gerrit Friese, Vorsitzender des BVDG. "Sie existieren fast immer als Unikate und unterscheiden sich dadurch von allen anderen Kulturerzeugnissen und Waren elementar: in ihrer Produktion, Rezeption und Wertigkeit". In seiner ausführlichen Stellungnahme weist der BVDG daraufhin, dass der Bundesrechnungshof andere privilegierte Kulturgüter wie Konzertkarten oder Printerzeugnisse weiterhin mit 7 Prozent besteuern möchte. Dabei werde übersehen, dass Galerien einen unverzichtbaren Beitrag zur kulturellen Bildung leisten.

Kulturferne Finanzbürokratie

Alle im Bundestag vertretenen Parteien bekennen sich bei Befragung des Deutschen Kulturrats zum Steuersatz von 7 Prozent. "Die Bundesregierung darf in den Augen des Galerien-Verbandes ihre Verantwortung für die blühende Kunstlandschaft und die Bewertung von Kunst nicht einer kulturfernen Finanzbürokratie überlassen.


www.bvdg.de

Kommentare zu " BVDG: Kampf um den reduzierten Mehrwertsteuersatz"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • in einem Staat, der 19 % Mehrwertsteuer für Medikamente verlangt und nur 7 % für Kunst ist die Welt verkehrt.

  • Wenn Steuersubventionen "von existenzieller bedeutung für Galerien" sind, sollten diese Galerien ihr Geschäftsmodell überarbeiten oder sich gesundschrumpfen. Es ist nicht Aufgabe des Steuerzahlers, Wirtschaftszweige ohne funktionierendes Geschäftsmodell künstlich am Leben zu erhalten.

    Die Dreistigkeit, mit der hier Subventionen eingefordert werden, ist schon bemerkenswert.

  • bevor Sie anfangen um Privilegien zu buhlen, lernen Sie bitte erst mal gerade zu stehen. Und nehmen Sie gefälligst die Hände aus den Hosentaschen, Herr Klaus-Gerrit Friese. Wie sieht das denn aus ?!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%