Chiemsee-Goldschatz
Schweizer muss wegen Goldschatz-Betrug in Haft

Ein Schweizer Gericht hat den Geschäftsmann Marcel W. wegen Betruges mit einem im Chiemsee geborgenen Goldpokal zu drei Jahren Haft verurteilt. Die Zukunft des corpus delicti liegt derweil im Ungewissen.
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GenfWegen Betrugs mit einem Goldschatz aus dem bayerischen Chiemsee hat ein Schweizer Gericht in der Berufung eine dreijährige Haftstrafe gegen den Betrüger Marcel W. verhängt - und das corpus delicti beschlagnahmt. Die Justizbehörden konnten am Freitag auf Anfrage noch keine Auskunft darüber geben, was mit dem elf Kilo schweren Goldpokal geschehen soll, dessen Entstehung im Dunkeln liegt und möglicherweise in die Zeit des Dritten Reichs zurückgeht.

Das Urteil wegen Betrugs sieht vor, dass Marcel W. 15 Monate absitzen muss. Der Rest der Strafe wird für vier Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Der Geschäftsmann hatte nach den Feststellungen des Gerichts mit Versprechen auf Beteiligungen an dem mysteriösen Schatz Millionenbeträge erlöst und beiseite geschafft.

Im Jahr 2001 hatte ein Taucher im Chiemsee den Goldpokal geborgen. Der Schweizer Finanzier erwarb ihn dann für 300.000 Euro. Der Mann pries den Chiemsee-Fund als "Heiligen Gral" an, den er für etwa 100 Millionen Schweizer Franken (rund 80 Millionen Euro) weiterverkaufen wollte. Den Betrogenen entstand ein Schaden von 24 Millionen Schweizer Franken.

Das Zürcher Gericht bestätigte im Wesentlichen ein Urteil aus dem Jahr 2011, das den Angeklagten in erster Instanz für mindestens 18 Monate ins Gefängnis schickte. Der Goldkessel mit keltischen Insignien wurde vom Kanton St. Gallen gepfändet, sein realer Wert soll bei einer Million Euro liegen.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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