Chigao will nicht länger im Schatten von New York stehen
Die Wilde Zwiebel und der Blues

Chicago? Ein Zischlaut, wie er Gangsterbossen wie Al Capone und John Dillinger hätte entwischen können: so mal eben zwischen den Zähnen, geradewegs vorbei an der Zigarre, auf der sie herumkauten, als sie ausgerechnet an einem Valentinstag eine Schießerei anzettelten. Wir kennen solche Szenen aus „Manche mögen’s heiß“.

Das war in den 30er-Jahren, als in finsteren Spelunken, so genannten „Speak Easys“, der verbotene Whisky aus abgestoßenen Kaffeetassen gesoffen wurde. Die Kriminalität war so brutal gut organisiert, wie der Jazz berauschend improvisiert war.

Vom Klischee der Gangster-Metropole hat sich die Stadt zu einem erstklassigen Handelszentrum entwickelt und zu einem wichtigen Messeplatz. Für USA-Touristen ist Chicago aber immer noch ein Geheimtipp. Zum Einkaufen, zumal zu den Weihnachtseinkäufen im Dezember, fliegen die USA-Liebhaber eher mal eben zum „Big Apple“ nach New York als zur „Wilden Zwiebel“.

Die heißt auf indianisch „Shegah“. So tauften die Ureinwohner das Land, als der Wildwuchs noch scharfer Lauch war und noch nicht aus hochgeschossenen Wolkenkratzern bestand.

„The Second City“, die zweite Stadt (hinter New York), nannte sich im Chicago der 60er-Jahre eine Kabarettistengruppe. Doch die Metropole im Staate Illinois will und braucht den Vergleich nicht. Schon Frank Sinatra hat in seinen Songs „New York, New York“ und „Chicago – My Kind of Town“ begründet, warum man mehr als eine (Stadt) lieben kann.

Und doch. Irgendwie ist Chicago anders. Frischer. Die Menschen wirken offener, freundlicher, hetzen nicht so durch die Straßenschluchten wie in Manhattan.

Vielleicht liegt’s am Wasser. Der Lake Michigan, von der Anmutung eher Meer als Binnensee, verschafft Chicago einen weiten Horizont und einen prächtigen Vordergrund für seine beeindruckende Architektur.

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