China
Alte Kunst überholt zeitgenössische Kunst

Hongkong hat sich weltweit etabliert als das führende Auktionszentrum nach New York und London. Das bewiesen die Frühjahrsauktionen einmal mehr. Doch Enttäuschungen blieben nicht aus.
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LondonDie unaufhaltsame Expansion Hongkongs als Kunstzentrum des Ostens ging mit Christie’s Auktionsserie Ende Mai mit einer Ergebnissteigerung von 68 Prozent gegenüber dem Vorjahr und einem Umsatz von umgerechnet 463 Millionen Dollar (alle Angaben in US-Dollar) weiter. Christie’s stellte damit einen neuen Umsatzrekord auf und schlug Sotheby’s im Kampf um die Spitzenposition. Sotheby’s hatte im April, trotz des Überraschungsflops der hochkarätigen Meiyintang-Sammlung chinesischer Kaiserporzellane, ein Rekordergebnis von 447 Millionen Dollar eingespielt.

Hongkong ist bereits der drittgrößte Kunsthandelsplatz der Welt nach New York und London. In bestimmten Kategorien, wie Wein, ist es schon führend. Man kann sich ausrechnen, dass Hongkong in nicht allzu ferner Zukunft in der Weltkunstszene auf der gleichen Ebene spielt wie diese Konkurrenten.

Während Christie’s im Convention and Exhibition Centre versteigerte, lockte die Kunstmesse Art HK dort in ihrer vierten Ausgabe noch einmal 30 Prozent mehr Aussteller an als 2010. Nach der Übernahme eines 60-Prozent-Anteils durch die MCH Group, Besitzerin der Art Basel, kommt die Hongkonger Messe nun unter die Fittiche der weltführenden Kunstmesse und wird sicher noch mehr zur Ost-West-Drehscheibe.

Zusammen haben die westlichen Auktionshäuser im ersten Halbjahr Kunst für weit über eine Milliarde Dollar versteigert. „Der asiatische Kunstmarkt wächst schneller als irgendein anderer in der Welt“, betonte Christie’s Asienchef François Curiel, der Hongkong als Standort der großen Galerien und Sammlungen Asiens sieht. „In fünf, zehn Jahren wird Hongkong auf dem Niveau von New York und London sein“, ergänzt Christie’s Managing Director Asien, Jonathan Stone.

Auch das britische Auktionshaus Bonhams expandiert erfolgreich. Seine Hongkonger Frühlingsserie setzte 26 Millionen Dollar um. Sotheby’s beginnt nun, den Auktionskalender auszuweiten, der sich bisher streng auf die zwei Auktionswochen im Herbst und Frühjahr konzentrierte. In einer kleinen Extraauktion versteigerte Sotheby’ 25 Werke des modernen Malers Zhang Daqian (1899-1983) aus einer asiatischen Privatsammlung für erstaunliche 87 Millionen Dollar. Das Toplos, „Lotus and Mandarin Ducks“, brachte den Rekordpreis von 24,6 Millionen Dollar.

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