China
Chinesische Kunst aus alten Sammlungen bleibt teuer

Die Galeriepräsentationen der Londoner Asienwoche und die Auktionen zeigen, dass der Run der Chinesen auf ihre Kunst unvermindert anhält - vor allem wenn sie aus alten Sammlungen kommt. Aber der wachsende Kulturnationalismus der Chinesen treibt nicht nur die Preise, sondern auch die Empörung über die kolonialistische Beutekunst an.
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Mit einer Einnahme von 20,6 Mio. Pfund lagen die Londoner Auktionen deutlich über der obersten Schätzung von 17 Mio. Pfund. Toplose brachten ein Vielfaches der Vorbewertung - wobei Bonhams mit archaischen Bronzen der Sammlung Lord Cunliffe besonders stark abschnitt. Ein auf 40 000/ 60 000 Pfund geschätzter "Gui" für Lebensmittel (1. Jahrtausend v. Chr.) wurde mit 490 400 Pfund brutto das Spitzenlos. Bonhams Experte Colin Sheaf nach einer erfolgreichen Auktion: "Die Rezession ist vorbei."

Topstück aber war ein Siegel des Qianlong-Kaisers für 3,6 Mio. Pfund, das Sotheby's bei einer Taxe von 400 000/600 000 Pfund für 3,6 Mio. Pfund zuschlagen konnte. Aber der wachsende Kulturnationalismus der Chinesen treibt nicht nur die Preise, sondern auch Empörung über kolonialistische Beutekunst an. Das Siegel wurde anonym eingeliefert und war zuletzt in den 70er-Jahren in Paris auf dem Markt. Eine der größten Steigerungen hatte ein Paar Jade-Szepter von 44 cm Höhe, die bis 18 000 Pfund angesetzt waren und 481 250 Pfund brachten.

Christie's Ausreißer war eine kleine 14 cm große Enghalsvase der Song-Zeit mit Celadon-Glasur, einst in der Sammlung des Akademikers Peter H. Plesch, die ein asiatischer Sammler aus dem Taxenbereich von 6 000/ 8 000 Pfund auf 193 250 Pfund steigerte.

Matthias Thibaut ist Korrespondent in London.
Matthias Thibaut
Handelsblatt / Korrespondent

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