Christian von Daniels
Mode muss prickeln

Bei van Laack wird ein Hemd nicht „zusammengepanscht“, es muss reifen. Schließlich sollte Luxus-Mode prickelnd sein. Wie Champagner. Christian von Daniels kennt sich in beiden Bereichen aus. Der Besitzer der Hemden-Marke van Laack hat seine Lieblings-Champagnermarke zum Hauslieferanten gemacht – mit Erfolg.

DÜSSELDORF. Nein, Lauwarmes kommt nicht auf den Tisch! Entschlossen schiebt Christian von Daniels die Flasche, die die Fotografin schon im Visier hatte, von der Platte. Champagner muss gut gekühlt sein. Nur so darf er aufs Foto. Flugs wird eine neue Pulle hergeholt. Auf den Punkt gekühlt. Ein Tropfen läuft langsam über das beschlagene grüne Glas. Temperatur, die man sehen kann. Das macht den Unterschied.

Saint Réol verrät das schwarz-goldene Etikett. Eine Kooperative in Ambonnay. Knapp 30 Kilometer von Reims und 22 Kilometer von der Champagnerhochburg Épernay entfernt liegt das mittelalterliche Dorf im Anbaugebiet Côte des Blancs. Selbst regelmäßigen Champagnertrinkern ist es kein Begriff. Kenner hingegen wissen: Ambonnay ist einer jener 17 Orte, jener 100-Prozent-Orte in der Champagne, die die höchsten Preise für ihre Trauben nehmen können. Und von Daniels hat ein Näschen für solche Perlen. Er entdeckte seinen Champagner Anfang der 90er-Jahre – „Damals gehörte mir van Laack noch gar nicht“ – während einer Reise in die Champagne, die er als Vielarbeiter seiner Frau – und sich – schuldig war.

„Es gibt dort an die 2 000 Winzer, vielleicht 20 bekannte Marken und dann aber ein paar kleine, feine, die es zu entdecken lohnt.“ Was van Daniels bei seiner Tour de Champagne so faszinierte: „Man steht vor einem Haus, dahinter ist vielleicht ein Hektar Anbaufläche, man klingelt, wird hineingebeten, und schon sitzt man in der Wohnstube hinter einem Glas kühlen Champagners.“

Er hat eine ganze Rebreihe Winzer getestet, ehe er auf „seinen“ gestoßen ist. „Eine Gran-Cru-Lage“, genießerisch lässt er das Wort auf der Zunge zergehen, „gerade das kleine, begrenzte Anbaugebiet hat mich fasziniert. Was dessen Fan letztendlich überzeugte: „Der Geschmack. Und dann das Preis-Leistungs-Verhältnis.“

Beim Genuss entstand die Idee, eine eigene Marke zu kreieren: „Die Cuvée habe ich zusammen mit dem Winzer entwickelt: rassig, elegant und sinnlich – wie die Mode. Wobei natürlich der Winzer der Experte ist.“ Auch sonst gibt sich von Daniels bescheiden: „Das Co-Branding ist nicht so einfach wie in der Textilindustrie. Einen echten Van-Laack-Champagner kann es natürlich nicht geben. Da müsste ich dort schon eine eigene Scholle haben und selbst Winzer sein.“ Aber das Van-Laack-Etikett hintendrauf – das geht. Und geht gut.

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