Christie's Bilanz: Investoren treiben Auktionsumsätze hoch

Christie's Bilanz
Investoren treiben Auktionsumsätze hoch

Christie’s legt seine Jahresbilanz 2011 vor. In Auktionen und mit Privatverkäufen nahm der Versteigerer 5,7 Milliarden Dollar ein. Nur 2008 war mit 6,3 Milliarden Dollar besser.
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LondonChristie’s hat den gemeldeten Rekordumsatz für das Kalenderjahr 2011 nur in abgewerteten Pfunden, aber nicht in US-Dollar geschafft. Während 3,6 Milliarden Pfund tatsächlich ein Allzeitrekord für das Auktionshaus sind, liegen die Umsätze in Dollar ausgedrückt mit 5,7 Milliarden immer noch hinter dem Rekordergebnis von 2008. In diesem Jahr der Hausse betrug Christie’s weltweiter Umsatz 6,3 Milliarden Dollar. Mit enthalten in diesen Zahlen sind neben den Auktionsumsätzen auch von Christie’s vermittelte Privattransaktionen. Sie stiegen 2011 um 44 Prozent auf 502 Millionen Pfund an. Insgesamt verzeichnete Christie’s in Dollar ausgedrückt ein Wachstum von 14 Prozent.

Run auf zeitgenössische Kunst

2011 hat die Erwartungen der Auktionshäuser noch übertroffen: Angetrieben  von der global steigenden Nachfrage nach Contemporary Art liegt der Kunstmarkt fast wieder auf dem vor der Finanzkrise erreichten Allzeithoch. Zum zweiten Mal in der jüngeren Kunstmarktgeschichte liegt die Contemporary Art wieder vor den Umsätzen mit moderner und impressionistischer Kunst: Bei Christie’s schlugen die Zeitgenossen mit einem Umsatz von 1,2 Milliarden Dollar die asiatischen Kunst, die 890 Millionen Dollar umsetzte, und die moderne Kunst, die mit 883 Millionen Dollar zum ersten Mal auf dem dritten Platz liegt.

Wissen schafft Begehrlichkeit

„Mehr Investoren sammeln. Noch mehr Sammler erweitern ihre Sammlungen“, konstatiert Christie’s Chef Steven Murphy und rechnet damit, dass dies auch in 2012 so bleibt. Er führt das „explosive Interesse an der Kunst“ auch auf die Globalisierung und die Technologie zurück, die den Sammlern Kunstinformationen und Bilder zugänglicher mache als je. Das spiegelt sich auch im Wachsen des Internetgeschäfts um 25 Prozent. 29 Prozent aller Bieter würden auch Onlinegebote abgeben, so Christie’s Pressemitteilung.

Sotheby’s wird seine Zahlen Ende Februar zusammen mit der Jahresbilanz für die Börse vorlegen. Der amerikanische Versteigerer dürfte im Umsatz hinter Christie’s bleiben. Sotheby’s Auktionsumsätze liegen nach Vorauskalkulationen bei 4,9 Milliarden Dollar, ein Anstieg von 14,6 Prozent. Dazu dürften ähnlich wie bei Christie’s gestiegene Privatverkäufe kommen.

London als Drehscheibe

London schneidet in den Ergebnissen stark ab: Mit den durch die Frieze Messe internationalisierten Oktoberauktionen hat London vor allem im Bereich der Contemporary Art nun drei Prestige-Auktionswochen im Jahr, mehr als New York, wo nur im Mai und im November Topkunst versteigert wird. Bei Christie’s liegt der Londoner Umsatz für Contemporary Art mit 1,4 Milliarden Dollar auf einem Allzeithoch. Insgesamt verbuchte der Standort London ein Wachstum von über 20 Prozent.

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