Cofa Contemporary
Überzeugendes Angebot einer chaotischen Schwester

Auf der Cofa Contemporary stellen erstmals 40 rheinische Galerien und Off-Räume aus. Das organisatorische Durcheinander ist zwar beachtlich. Doch das Kunstangebot lohnt den Besuch. Die Synergieeffekte mit der Cologne Fine Art in Halle 11.1 halten sich jedoch in Grenzen, da beide Messen nicht gemeinsam eröffneten.

KölnDie junge Tochter der „Cologne Fine Art“ ist zugleich die kleine Schwester der Art Cologne oder umgekehrt. Indem sie an die Cologne Fine Art andockt, soll die „Cofa Contemporary“ der aktuellen Kunstszene des Rheinlandes eine Plattform zu attraktiven Konditionen bieten. Mögliche Synergieeffekte hat die Messe jedoch weitgehend verschenkt, da die Eröffnungen beider Veranstaltungen zwei Tage auseinander liegen. Zudem wurde erst sehr spät kommuniziert, dass zur Vernissage beide Messen zwei Stunden länger geöffnet sind.

Als Kölner ist man derartiges Organisationsversagen allerdings gewöhnt. Zur Eröffnung, bei der Galeristen und Sammler erwartungsgemäß weitgehend unter sich blieben, war man daher dennoch gut gelaunt. Und das durchaus zu Recht. Die Qualität kann sich sehen lassen.

Minimiertes Risiko

Viele Galerien nutzen die Gelegenheit zu Einzelpräsentationen, so Scharmann & Laskowski aus Köln. „Henriette Granert rekurriert in ihrem Werk auf die gesamte Kunstgeschichte“, erklärt Marion Scharmann. „Deshalb wollten wir ihr einfach diesen Raum geben.“ Bei den vergleichsweise sehr günstigen Standmieten ab 5.000 Euro fällt es den Ausstellern leichter, ein gewisses Risiko einzugehen.

Petra Rincks Stand sticht heraus. In Giftgrün hat ihr Künstler Lothar Götz die Kojenwände getaucht. Davor entwickeln seine filigranen großformatigen Buntstiftzeichnungen auf Aluminium eine fast schwebende Tiefe. Die Düsseldorferin bespielt die Messe gegen die Erwartung mit den etablierten Künstlern der Galerie. „Die Jungen präsentiere ich dann auf der Art Cologne.“

Erinnerungen an den Kölner Kunstmarkt

Stellenweise kommen sogar Erinnerungen an die guten alten Zeiten des ersten „Kölner Kunstmarkts“ auf, wie die Art Cologne anfangs hieß. Die Galerie Drei aus Köln hat die „Lipsync’d“-Videoarbeit aus den Jahren 1986 bis 2015 der 1954 geborenen Julia Scher in einer 100er-Edition aufgelegt und verkauft die von einer kleinen Zeichnung begleiteten DVDs für gerade einmal 100 Euro.

Die gesponserten Stände von sieben Kunsträumen aus der Region fügen sich hervorragend ins Konzept. Das Spektrum reicht von der quasi-städtischen Kölner Simultanhalle über das von Künstlern betriebene SSZ Süd am Kölner Südbahnhof bis zur gerade erst ein halbes Jahr existierenden und nahezu heimlichen „Mélange“ aus Köln.

„Ich bin gerne hier“

Kai Brückner aus Düsseldorf betont: „Ich bin gerne hier. Ich bin froh, dass es diese regionale Initiative gibt.“ Mit seiner TZR Galerie ist ihm eine Teilnahme an der Art Cologne bisher verwehrt geblieben. Er gibt zu bedenken: „Allerdings frage ich mich, warum das so wenige der üblichen Galerien unterstützen.“

Das muss der Besucher allerdings gar nicht mal bedauern, denn die Art Basel-Teilnehmer, die angetreten sind, wie Schönewald aus Düsseldorf oder Löhrl aus Mönchengladbach, tragen nicht gerade zur Attraktivität der Messe bei. Sie nutzen die Gelegenheit, hier ihre weniger bekannten Künstler zu zeigen, die sie auf den großen Messen wohl kaum zeigen würden. Nagel Draxler aus Köln und Berlin hingegen wartet mit einer satisfaktionsfähigen Auswahl auf, die sie so oder ähnlich kurz zuvor in London und Paris präsentiert haben.

“Cofa Contemporary” im Rahmen der “Cologne Fine Art”, bis 22. November 2015, Halle 11.1, KölnMesse Deutz, Eingang Süd, täglich 11 bis 19 Uhr, So. bis 18 Uhr

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