Cologne Fine Art
Antiquitätenmesse expandiert mit junger Kunst

Zeitgenössische Kunst setzt heute ganz entscheidend ästhetische Maßstäbe. Das hat Auswirkungen auch auf den Handel mit Antiquitäten. Einschlägige Messen haben längst darauf reagiert und die Altersgrenze für das Angebot immer weiter heruntergesetzt. Jetzt integriert die Cologne Fine Art die junge Kunst aus den rheinischen Galerien. Ein Blick auf das Angebot.

KölnVier Jahre nach dem längst still wieder zurückgefahrenen Versuch, eine eigene Sektion für Papierarbeiten in die Cologne Fine Art (Cofa) zu integrieren, erprobt Messemacherin Cornelia Zinken nun die Inklusion einer eigenen Minimesse für zeitgenössische Kunst. Eröffnet wird die Cofa Contemporary (vgl. Handelsblatt Online v. 2.7.2015) jedoch nicht zeitgleich mit der regulären Antiquitätenmesse am 18. November 2015, sondern einen Tag später. Dann aber hat es das Publikum mit einem beeindruckenden Angebotsspektrum zu tun, das von der Antike bis zur zeitgenössischen Kunst so gut wie alle Genres abdeckt (bis 22. November).

108 Händler zählt die klassische Cofa; hinzukommen 39 Teilnehmer der Cofa Contemporary, an der sich ausschließlich rheinische Galerien beteiligen. So expandiert die Kölner Antiquitätenmesse und beschert den heimischen Galerien, ein halbes Jahr nach der Art Cologne, ein zusätzliches Verkaufsevent. Im Idealfall werden allen Beteiligten neue Kunden zugeführt, auch den Antiquitätenhändlern. Die Auswirkungen auf die Zusammensetzung der Art Cologne im nächsten Jahr werden noch abzuwarten sein.

Selbstinszenierung im Kunstmarkt

An der Cofa Contemporary nimmt die Galerie Van der Grinten mit einer erfrischenden Auswahl von Arbeiten ihrer Künstler Marcus Neufanger und Christoph Knecht teil, die Ende November gemeinsam im Frankfurter MMK3 ausstellen. Von Knecht, dem ehemaligen Schüler Peter Doigs, gibt es zeitgemäß interpretierte Blumenbilder (zwischen 2.900 und 7.000 Euro) sowie Bronzegefäße auf Vogelfüßen (zwischen 800 und 3.900 Euro). Neufanger gilt nach Aussagen Franz van der Grintens eher als „Künstler-Künstler, der sich sehr intellektuell mit der Selbstinszenierung und der ‚Marke’ im Kunstmarkt agierender Künstler beschäftigt“. Die Quelle für seine Gemälde und Papierarbeiten liefert seine umfangreiche Kunstbuchbibliothek.

Jonathan Callans sehr feine Assemblagen, Kombinationen aus Zeichnung und Buch, zeigt Kudlek (Köln) auf seinem Stand. Kostenpunkt je 5.000 Euro. Die mit Lack auf Papier mit zarten Spuren gestalteten abstrakten Arbeiten von Katrin Bremermann sind mit 2.500 Euro veranschlagt. Bei Ruttkowski;68 finden sich Arbeiten von Mark Jenkins, Stefan Marx und dem jungen Kölner Künstler Philip Emde. Die Preise beginnen bei 2.000 Euro für Arbeiten von Emde und kleinformatige Positionen von Marx und gehen bis zu 20.000 Euro für Skulpturen von Jenkins.

Dienstleister mit Beratungsschwerpunkt

Sowohl die Cofa als auch die Cofa Contemporary präsentieren sich trotz einiger Aussteller aus den Beneluxstaaten vor allem als Plattform für den deutschen Handel. Die Liste der Neuaussteller und Rückkehrer enthält aber auch vereinzelte, international aufgestellte Händler wie etwa Ben Brown Fine Arts (London/Hongkong) oder Michael Haas (Berlin/Zürich).

Auffällig ist der Zufluss jüngerer Unternehmungen, die wie etwa die im Frühjahr 2014 gegründete Firma Anne Uhrlandt (München) eher an einen Dienstleister mit Beratungsschwerpunkt erinnern als an eine klassische Programmgalerie, deren wirtschaftliches Überleben heute mehr denn je auf dem Prüfstand steht. Neuaussteller Stockebrand + Uekermann hinterlässt seine Spuren zurzeit scheinbar nur auf sozialen Plattformen.

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Die Alte Kunst als Ausnahmeerscheinung

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