Cologne Fine Art
Breit aufgestellt

Die gute alte Kunst- und Antiquitätenmesse in Köln, die Cofa, spielt ihre Stärken aus: Alle wichtigen Sammelgebiete sind vertreten. Das Angebot umfasst Kunst aus 2000 Jahren. Der Messeflaneur findet hier Originelles genauso wie Museales. Die Oldtimer Sonderschau dürfte nicht nur Autofans begeistern.
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KölnSie schaut gut aus. Sie könnte, wenn am Ende die Verkäufe stimmen, die lachende Fünfte sein im deutschen Messe-Wirrwarr, wo allein vier Messen um die Gunst der Käufer buhlen. Die Cologne Fine Art (Cofa) versammelt 91 Aussteller in nur einer Messehalle. So kann sie einen gelungenen Einblick bieten in die Sammelgebiete Gemälde und Skulptur Alter Meister, Porzellan, Silber, Asiatika und Außereuropäische Kunst. Dazu kommen die Klassische Moderne, die feine Sektion ‚Kunst auf Papier‘ und das traditionell gut bestückte Angebot an Nachkriegskunst. Was in München auf vier Splitter-Messen verteilt war, findet sich hier kompakt und zu (überwiegend) erreichbaren Preisen.

Museale Wiederentdeckungen gibt es gleichwohl. Die Galerie Döbele aus Dresden hat ein Aufmerksamkeit heischendes Reliefbild von Oskar Schlemmer dabei. Es handelt sich um die autorisierte Edition (10er-Auflage) des Schatten werfenden Stahldraht-und-Metallbildes „Homo“ aus dem Jahr 1930/1931 (280.000 Euro), die 1968 von Tut Schlemmer und der Staatsgalerie Stuttgart herausgebracht worden war. Und die in Zürich ansässige Galerie Dierking hat ausbalanciert strenge Gemälde und reliefierte Papierarbeiten von Hans Bischoffshausen (1927-1987) dabei, einen Zero-Künstler, den der boomende Markt bislang übersehen hatte.

Ein unbekannter Zero-Künstler

Bischoffshausen war in den 1960er-Jahren en vogue und bei renommierten Zero-Ausstellungen dabei. Dierking, der das Potenzial vergessener 1960er-Jahre-Kunst schon mehrfach erkannt hat, erwartet für seine monochromen Bilder in grau, weiß oder Gold Preise bis 90.000 Euro. Bischoffhausens Zeichnungen wenden sich an Menschen mit dem genauen Blick. Sie sind schon für 6.000 Euro zu haben.

Neu ist die Sektion „Young Dealers“, in der Galerien – bei reduzierter Standmiete - vorgestellt werden, die jünger als acht Jahre sind. Aus Greven bei Münster kommt die junge Kunsthistorikerin Maria Galen, die eine Lanze bricht für flämische Alte Meister im mittleren Preissegment. Zum ersten Mal dabei sind auch die Galerien Julia Garnatz mit Gemälden von Siegfried Anzinger, Ulf Larsson mit konkreter Kunst und von Seckendorff mit Barock- und Rokoko-Möbeln.

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