Cologne Fine Art
Mit Samt ködern

Der Markt für Altmeister braucht ein neues Narrativ, um für junge Sammler interessant zu sein. Best-Practice-Bespiele zum Umgang mit der Alten Kunst auf der Cofa, der Tefaf New York und im Handel.
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KölnDie Mischung stimmt. Sie ist ur-kölsch, lässig und bewährt. Die Cologne Fine Art Fair (Cofa) mischt mit leichter Hand Alte Meister mit der Avantgarde des 20. Jahrhunderts, feines Kunstgewerbe mit Design, Oldtimer mit Stars von heute, etwa der Malerin Karin Kneffel. Die Schöpferin komplexer Bildwelten aus Räumen, Spiegelungen und Filmzitaten hat 2016 den mit 10.000 Euro dotierten Cologne-Fine-Art-Preis erhalten. Zu Recht, denn Kneffel beweist aufs Schönste, dass Malerei auch das zeigen kann, was man nicht sieht; beispielsweise die Sedimentationen von Geschichte oder die Bilder im Kopf.

Alles ist erlaubt nur keine Langweile. Der Leitspruch für Journalisten gilt auch für Antiquitätenhändler. Sexy müssen die Zeugen zurückliegender Epochen sein, wenn neue Käufergruppen erschlossen werden sollen. Was – nebenbei gesagt - dringend erforderlich ist, da sich der Markt für Alte Kunst im Umbruch befindet. Kunstwerke müssen heute Geschichten erzählen und sollten den Betrachter verblüffen.
Das wird in Zukunft für den Sammlernachwuchs noch wichtiger sein als eine museale Erhaltung oder die berühmte Provenienz. Denn Kunst ist Kommunikation. Wer in privaten oder geschäftlichen Räumen einen originellen Alten Meister, ein auffälliges Möbelstück oder gar ein Wunderkammer-Objekt präsentiert, ist nie um einen Gesprächseinstieg verlegen.

Small Talk meistern

Von Fürsten lernen, heißt den Small Talk meistern. Nicht umsonst haben die Fürstenhöfe in Barock und Rokoko so viel Wert auf Tafelaufsätze gelegt. Diese aufwendigen Kreationen aus Porzellan oder Silber mit ihren Themen-Inszenierungen waren immer „conversation pieces“, die Tischnachbarn spielerisch miteinander ins Gespräch brachten.
Raffinierte Kunstwerke verbinden mit ihrer Narration das Gestern mit dem Heute. Genau das suchten die 16.000 Besucher, die vergangene Woche in die beiden Hallen der Kölner Messegesellschaft zogen. Trotz der auf nur vier Tage verkürzten Laufzeit kamen etwas mehr Kunstfreunde als in den Jahren zuvor. Cofa-Direktorin Cornelia Zinken bemüht sich um neue Aussteller und neues Publikum. Als Publikumsmagnet erwies sich der Young Collectors Room. Hier bilden attraktive Einzelstücke Wohn-Ensembles. Gemeinsamer Nenner ist dort der konsumfreundliche Preis aller Exponate unter 5.000 Euro.

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