Cologne Fine Art & Antique
Lässige Mischung

Die Messe Cologne Fine Art & Antiques weiß Epochen, Stile und Gattungen geschickt zu verbinden.
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KölnMit großen Namen und bewährten Stilen verführen 105 Kunsthändler und Galeristen, die überwiegend aus Deutschland zur Cologne Fine Art & Antiques (bis 25.11.) gekommen sind, die Messebesucher. Epochen und Gattungen lässig mischen – so lautet das Erfolgsrezept der aus der Direktion geschiedenen Ulrike Berendson. Nachfolgerin Cornelia Zinken hält daran fest, setzt aber nach nur vier Monaten noch keine eigenen Akzente.

So überzeugend die auf Dialog angelegten Gemeinschaftsstände sind - sei es von Axel Schlapka (Biedermeiermöbel) und Renate Krümmer (Klassische Moderne), sei es die Durchdringung von tibetischen Gebetsteppichen mit Stammeskunst und alter, asiatischer Skulptur bei Hirschberg, Simonis und Woerner -, diese Zwiesprache über Gattungen hinweg gehörte dringend ergänzt und aufgefrischt.

Der Expressionismus-Sammler hat dieses Jahr die große Auswahl unter Papierarbeiten von Ernst Ludwig Kirchner, dem unangefochtenen Großmeister der Brücke-Künstler: zwischen den reinen Bleistiftzeichnungen „Stehendes Mädchen“ von 1911 (Samuelis Baumgarte, 42 000 Euro), „Kauernde Dodo“ bei Ludorff (1910, 95 000 Euro) und der großen Atelierszene mit der tanzenden Erna bei Thole Rotermund (1913, 89 000 Euro). Noch dynamischer und voll knisternder Erotik ist die aquarellierte Zeichnung „Gerda mit Tänzer“ bei Beck & Eggeling (1912, 148 000 Euro).

Gleich mit 83 Skizzen von E.L. Kirchner kann die Galerie Koch aufwarten. Sie hat das Skizzenbuch 159 der Jahre 1929 bis 1938 erst faksimiliert und dann aus kaufmännischen Gründen und durchaus umstritten zerlegt. Die hingefetzten Figurenstudien aus dem Nachlass der Weberin Lise Gujer kosten nun zwischen 2 000 und 18 000 Euro.

C. G. Boerner - prunkend mit Dürers größtem Kupferstich „Heiliger Eustachius“- steuert zum Expressionismusangebot einen fünffarbig handkolorierten Holzschnitt der nie als Mappe edierten „Badenden I“ von 1911 bei (100 000 Euro). Arnoldi-Livie bricht mit einem herrlich dandyhaften Schriftsteller-Porträt des Albert Wagner von Anita Ree eine Lanze für die fast vergessene Hamburgerin (68 000 Euro). Und Setareh stellt eine „Winterlandschaft“ von Conrad Felixmüller (1922, 430 000 Euro) nach vorn. Hinten im Stand hängt der einzige Teppich dieses Experten: ein imperialer Chinese mit Glückssymbolik in einem seltenen Aquaton (200 000 Euro).

Verweilen wir bei den angewandten Künsten. Christian E. Franke trumpft mit einem prachtvollen Breslauer Tabernakel-Sekretär auf mit Minerva-Intarsien in Elfenbein und Perlmutt (285 000 Euro). Je einen ovalen Danhauser-Schreibtisch halten Britsch (schlicht, 85 000) und Schlapka (reich dekoriert, über 100 000 Euro) bereit

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