Cologne Fine Art & Antiques
Qualität für Normalverdiener

Die Cologne Fine Art & Antiques ist eine frische Kunst- und Antiquitätenmesse geworden, die den Bogen von der Antike bis zum Design von heute spannen kann. 90 Aussteller beweisen, dass Schönes und Seltenes, Witziges und Raffiniertes nicht nur unerreichbar teuer sein muss. Heute Abend wird sie eröffnet.
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KÖLN. Das schönste Kompliment hat ihr ein Juror gemacht, der selbst in einem Weltklasse-Museum arbeitet. "Hier könnte ich für 50.000 Euro sechs gute, museumswürdige Kunstwerke kaufen". Nach einem ersten Rundgang kann man dem Jurymitglied nur zustimmen. Die Cologne Fine Art & Antiques (COFAA) fährt Qualität auf - gerade auch im mittleren Preissegment. Die vor 40 Jahren gegründete COFAA, die damals Westdeutsche Kunstmesse hieß, hat ihr Profil nicht nur gefunden. Sie hat sich unter Direktorin Ulrike Berendson auch in diesem Jahr noch mal gesteigert. Die COFAA hebt sich klar von Konkurrenzveranstaltung ab. Denn sie trennt die Sammelgebiete nicht, sondern lässt sie in Dialog treten. So wie Sammler heute leben. Nicht mehr in einem ganzen Biedermeierzimmer, sondern mit einzelnen herausragenden Objekten. Diese können in wilder Mischung aufeinandertreffen, vorausgesetzt die Qualität stimmt.

Stilsicher und lässig

Auf die Spitze getrieben haben den Dialog die Fotogaleristin Flo Peters, Dierk Dierking, der Experte für außereuropäische Kunst, und die Designhändler frankandoliver. Ihr Gemeinschaftsstand wirkt wie das Wohnzimmer eines kunstsinnigen Menschen. Gedimmtes Licht statt Messeleuchten, kühnes, schnörkelloses Design bei Sideboards, Sesseln und Sofas, darunter Parkett. Das schöne Sofagestell, das an ein Bootsrumpf erinnert - "Eigentlich gehören Polster drauf" - von Jorge Zalsupine aus dem Jahr 1962 trifft da auf speerartige Skulpturen aus Eisen. Die "Igbo" in Nigeria haben sie ohne Hochofen sehr aufwendig aus Eisen geformt, verziert und dann in Ritualen geopfert (12.500 Euro). Von Flo Peters hängen schwarz-weiße oder zart getönte Fotos darüber, u.a. die Architekturaufnahmen von Iwao Yamawaki, der einst am Bauhaus studierte (6.500 Euro). Das schaut sehr gut aus, stilsicher aber nie geziert. Das Miteinander der Gattungen ist das Kontrastprogramm zum white cube in Kunstgalerien. So locker wie es hier rüberkommt, kann es sicher Schwellenängste abbauen und Neugier wecken.

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