Cologne Fine Art & Antiques
Schönheit für immer

Von der Antike bis zum heutigen Design: In den Kunstwerken spiegelt sich die Geschichte, aber auch der Zeitgeist. Die Messe Cologne Fine Art & Antiques bietet ein breites Spektrum auf einer mit 90 Händlern dennoch überschaubaren Veranstaltung.
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KÖLN. Im abgedunkelten Messestand glitzert und funkelt es. 50 Karat Rubine hat der Juwelier Georg Hornemann allein für eine außergewöhnlich große Schmetterlingsbrosche verarbeitet. Eine Edelsteinschlange will sich um einen Finger winden. Eine schillernde Eidechse hält erschrocken inne. Hornemanns Kunstwerke treffen in einer bildschönen Inszenierung auf verwandtes Getier auf leuchtend bunten Jugendstilschalen aus der Sammlung Thomas Olbricht. Dem Erstaussteller ist ein sensationelles Debüt gelungen – auch mit den ausladenden Schalen, die alle Blicke auf sich ziehen, und den schweren Silber-Tieren. 8,5 kg wiegt der Hummer aus geschwärztem Silber. Diese kunstvoll zusammengesetzte Skulptur kostet 54 000 Euro.

Hornemann ist ein Zugewinn für die abermals verbesserte Cologne Fine Art & Antiques (Cofaa). Er ist einer von 15 Neuausstellern auf der mit 90 Händlern immer noch angenehm überschaubaren Messe für Kunst und Antiquitäten in Halle 11.2 des Kölner Messegeländes. Hier finden Sammler und Liebhaber Kunstwerke, die entweder Geschichte spiegeln, für Werte stehen oder den Zeitgeist spiegeln – und dennoch erreichbar sind. „Qualität auch im mittleren Preissegment zu liefern, das ist die Herausforderung des Marktes“, beobachtet Messedirektorin Ulrike Berendson.

Ein weiteres Kennzeichen der Cologne Fine Art ist der Dialog der Gattungen. Statt sich ängstlich abzugrenzen, haben drei Aussteller einen Raum gestaltet, der das Wohnzimmer eines kunstsinnigen Menschen sein könnte. Flo Peters steuert kleinformatige Schwarz-Weiß-Fotos bei, Dierk Dierking afrikanische Masken, Federschmuck und Ritualstäbe, die wie moderne Skulptur anmuten. Die Leuchten, das Sofa von Jorge Zalsupine (18 000 Euro), Stühle und Sideboards kommen von den Designhändlern frankandoliver. In ihrem Raum fühlt man sich sofort wohl. Kunst wird hier entsakralisiert und erreichbar. Wie Moderne Kunst und Wandteppiche, asiatische Skulptur und afrikanische Kunst für Wohnlichkeit sorgen, kann der Messeflaneur auch am Großstand von Simonis, Schwarzer, Hirschberg und Woerner studieren.

Der iranische Kelim Gaschgai mit seiner nur am Rand verzierten leeren Projektionsfläche in der Mitte (um 1900, 9 800 Euro bei Hirschberg) erinnert an moderne Farbfeldmalerei. Wer es figurativ mag, findet bei Klaus Schwarzer eines der schönsten frühen Kirchner-Aquarelle. „Die Sitzende und Liegende“, sehr lässig und schnell notiert, sollen 380 000 Euro kosten. Skulpturale Werte steuern in diesem Ensemble ein Buddhakopf aus Thailand bei (15. Jh., 24 000 Euro bei Michael Woerner aus Bangkok) und die aus jeweils einem Stück Holz geschnitzten Stühle (4 500 Euro) und Hocker.

Sehr viel verhaltener konfrontieren Aurel Scheibler und Gordian Weber ihre weit entfernten Epochen. Zwischen zwei strenge, schwarze Reliefs von Louise Nevelson aus den siebziger Jahren hat Weber, der Kölner Antikenhändler, einen auratischen antiken Aphroditekopf aus Marmor gestellt. Die Nase fehlt der mit dem Göttinnendiadem Ausgezeichneten zwar, doch auch so ist die Liebesgöttin von betörender Schönheit (680 000 Euro).

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