Contemporary Art
Frische Ware auf Erfolgskurs

Die Sammlung des deutschen Finanziers Christian Graf Dürckheim bringt Rekordpreise für deutsche Künstler. Londons Auktionen für zeitgenössische Kunst sind wieder so stark wie 2008.
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LondonMit Christian Graf Dürckheims exzellenter Sammlung deutscher Kunst spielte Sotheby’s am Abend des 29. Juni das beste Ergebnis einer Auktion für zeitgenössische Kunst in London ein. 109 Millionen Pfund wurden umgesetzt. Allein mit 60,4 Millionen war die Kunst des deutschen Finanziers daran beteiligt. Schon die erste Tranche von 34 Losen verdoppelte die Gesamtschätzung der Sammlung. „Ein Triumph für die deutsche Kunst“, strahlte Expertin Cheyenne Westphal.

„Geld ist nichts mehr wert. Es wird nur noch Leinwand begehrt“, scherzte der Düsseldorfer Kunstberater Jörg-Michael Bertz, nachdem Christie’s in seiner Abendauktion mit 78,8 Millionen sein zweitbestes Londoner Ergebnis einspielte und Philips de Pury die Serie mit seinem besten Londoner Abendergebnis seit 2008 eröffnete.

In zwei Auktionswochen hat London mit einem Auktionsumsatz von einer halben Milliarde Pfund das Volumen des Wunderjahres 2008 erreicht. „London ist ein erstaunliches Kunstzentrum“, lobte Christie’s internationaler Contemporary-Chef Brett Gorvy. „Hier kann Kunst über ein breites Geschmacksspektrum von Künstlern angeboten werden, die in New Yorker Auktionen nicht repräsentiert sind.“ Beispiele waren Spitzenpreise für Francis Bacon, Peter Doig, Lucian Freud, Miguel Barcelo und natürlich dann bei Sotheby’s die deutsche Kunst Dürckheims, die an Bieter aus 14 Ländern verkauft wurde.

Handel und Sammler hatten diese absolut marktfrische Offerte mit Spannung erwartet. „Alle wussten, dass hier die Rekorde fallen würden“, bestätigte der Düsseldorfer Galerist Paul Schönewald, der sich Sigmar Polkes „Stadtbild II“ für 4,6 Millionen Pfund (5,1 Millionen Euro) sicherte. Polke war der Gewinner des Abends. Toplos war das Rasterbild „Dschungel“, das durch Telefongebot mit 5,7 Millionen Pfund einen Rekordpreis brachte. Der Handel schätzte das Bild wegen seiner Leinwandnaht und seiner dekorativen Lieblichkeit nicht besonders. Polkes „Hemden“ von 1964, auf 400 000 bis 600 000 Pfund geschätzt, brachten zum fulminanten Auktionsstart gleich 1,3 Millionen Pfund. „Kopf“ von 1966 ging bei 4,2 Millionen Pfund an einen Telefonbieter. Schönewald unterlag. Bei zwei Polkes war US-Starhändler Larry Gagosian der Unterbieter.

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