Contemporary Art
Schwemme von Trendkunst

In London schlägt nächste Woche die Stunde der zeitgenössischen Kunst. Parallel zur Kunstmesse Frieze versteigern die internationalen Auktionshäuser alles, was jung ist und im Trend liegt. Die wahren Trophäen sind nur zu besichtigen. Sie kommen in New York unter den Hammer.
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LondonIn Londons Auktionshäusern sind jetzt die Zeitgenossen zu besichtigen, die in der rührigen Woche der Kunstmesse Frieze (17. bis 20. Oktober 2013) versteigert werden. Aber man kommt nicht umhin, diese Auktionen – mit immerhin fast 1000 Losen – als bloße Aufheizer für die großen Dinge zu sehen, die der Kunstgemeinde in New York im November harren. Das Teuerste wird in London schon vorgeführt, um die Begehrlichkeiten zu erregen; auch Francis Bacons Triptychon mit dem Porträt seines Malerkollegen Lucien Freud (Schätzung über 85 Millionen Dollar bei Christie’s) und Andy Warhols „Silver Car Crash“, der bei Sotheby’s den Warhol Hochpreismarkt mit einer Schätzung von über 60 Millionen Dollar testet. Da sind die Auktionen der Frieze-Woche, so zahlreich sie sich in den engen Kalender drängen, von bescheidenerem Kaliber. Angeboten werden nicht die größten Trophäen, sondern das, was jung ist und im Trend liegt, und was in den Sommerauktionen erfolgreich war.

Im Juni etwa hatte Phillips eine Glenn Brown-Phantasie nach Salvador Dali für einen heißen Preis von 2,9 Millionen Pfund verkauft. Schon stellt der 1966 in England geborene Glenn Brown mit zwei riesigen Weltraumstationen nach Science Fiction-Vorlagen die Spitzenlose. Bei Christie’s soll am 14. Oktober das in kaltes Weltall-Blau getauchte „Böcklin’s Tomb“ 2 bis 3 Millionen Pfund kosten. Es befand sich einst in einer deutschen Sammlung. Sotheby’s hat am 17. Oktober für diesen Preis „Ornamental Despair“ von 1994 anzubieten. Charles Saatchi, der allgegenwärtige Sammler und Händler, versteigerte es 2002 bei Christie’s für 32.900 Pfund, nachdem er es in seiner „Sensation“-Ausstellung gezeigt hatte.

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