Contemporary Art
Zeitgemäße Kunstmesse für Rom

Rom feilt an seinem Auftritt als Umschlagplatz für zeitgenössische Kunst. Die fünfte Ausgabe der noch jungen Verkaufsveranstaltung „The Road to Contemporary Art“ versteckt sich nicht mehr in antikem Gemäuer. Messemacher Roberto Casiraghi konnte die Römer und Galeristen von seiner Standortentscheidung für die ehemaligen Schlachthöfe überzeugen.
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RomDie römische Kunstmesse The Road to Contemporary Art geht vom 25. bis  27. Mai zum fünften Mal an den Start. Angesichts der Skepsis und Unkenrufe, es sei vergebliche Mühe, die Ewige Stadt mit junger Kunst beglücken zu wollen, kommt dies einem kleinen Triumph gleich. Roberto Casiraghi fand, dass die abwehrende Haltung Roms nicht auf sanfte Weise, sondern eher mit Hilfe einer Schocktherapie überwunden werden könnte.

Die Skepsis der Römer besiegt

Von dem Ansinnen, den nostalgischen Römern die junge Kunst im gediegenen Rahmen antiker Bauten zu präsentieren, nahm Casiraghi nach den ersten zwei Ausgaben Abstand. Er suchte nach einer mehr zum Inhalt der Messe passenden Plattform. Mit den ehemaligen Schlachthöfen traf er die richtige Wahl. Die Galeristen waren begeistert und letztlich auch die Römer. Wohl auch, weil sie es für radikal schick hielten, in Hallen, wo einst geschlachtet und gehäutet wurde, eine Kunst zu begutachten, die zumindest in dem ein oder anderen Fall nicht unbedingt versöhnlich, sondern eher kritisch anmutete.

Nun ist auch diese Phase der Therapie abgeschlossen. Die Schlachthöfe sind zur etablierten Bühne geworden, die zudem auch von der Städtischen Kunsthalle MACRO erfolgreich bespielt wird. Casiraghi hat nicht nur die Skepsis der Römer besiegt, sondern auch die Galeristen überzeugt, von denen ihn viele noch aus den Zeiten kannten, als er die Turiner Messe Artissima zum Erfolg führte. Sie ließen sich von ihm eines Bessern belehren und betrachten Rom nun nicht mehr nur als Wiege der Kultur, sondern auch als Umschlagplatz für die Kunst der Gegenwart.

Dabei sein ist alles

Zu den Rom-Pionieren aus Berlin, Mazzoli, Peres Project und Supportico Lopez, gesellen sich in diesem Jahr vier weitere Galerien aus der deutschen Hauptstadt, Podbielski Contemporary, Duve, Chert und Florent Tosin, außerdem Rüdiger Voss aus Düsseldorf. Voss bescheinigt dem Veranstalter,  neben der guten Wahl des Veranstaltungsortes seiner Messe auch ein klares Konzept gegeben zu haben. Die Hauptsektion flankieren der Start-up-Bereich mit Werken von Nachwuchskünstlern, und die Sektion Out of Range, die unter freiem Himmel Skulpturen und Installationen versammelt.

Zur diesjährigen Ausgabe der Messe werden 70 Galerien erwartet, von denen ca. ein Drittel aus dem Ausland kommt. Da im Anbetracht der augenblicklichen Wirtschaftskrise nicht mit einem großen Verkaufserfolg zu rechnen ist, setzen viele der Händler auf die gute Beziehungen zu Sammlern, die sich in Rom bei den zahlreichen mondänen Anlässen, die die Messe begleiten, sicherlich vorzüglich pflegen lassen. Dabei sein ist alles.

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