Cornelius Gurlitt
Ein Schritt nach vorn

Jüngste Erkenntnisse zum Fall Cornelius Gurlitt. Eine neue Forschergruppe veröffentlicht vorläufige Zwischenergebnisse. Danach dürfte sich der Anteil an Raubkunst erhöhen.

DüsseldorfDie „Taskforce Schwabinger Kunstfund“ hatte bis Ende 2015 in den Privatsammlungen von Cornelius Gurlitt (1932-2014) nur bei elf raubkunstverdächtigen Werken die Herkunft lückenlos klären können. Lediglich in fünf Fällen ließ sich eindeutig NS-Unrecht nachweisen. Diese Woche konnte das Nachfolgeprojekt „Provenienzrecherche Gurlitt“ weitere 91 Werke vorstellen, bei denen begründeter Verdacht auf Nazi-Raubkunst besteht; darunter von Werke Henri Toulouse-Lautrec, Max Liebermann, Edvard Munch und eine Rembrandt-Graphik.

Angesiedelt im Zentrum Deutsche Kulturgutverluste Magdeburg hat ein 20-köpfiges Team 502 Werke vorrangig untersucht und mehr Belege für Raubkunst-Verdacht gefunden. Zwischenergebnis ist weiterhin, dass 33 Verdachtsfälle „Entartete Kunst“ als unbelastet aufgeklärt werden konnten. Die Herkunftsmuseen hatten sie schon vor 1933 erworben. Der Salzburger Nachlass von Gurlitt ist inzwischen mit 189 Werken digitalisiert und im Internet unter www.lostart.de abrufbar.

Im Bundesarchiv werden die Geschäftsbücher von Cornelius‘ Vater Hildebrandt Gurlitt zugänglich gemacht. Dieser war Kunsthändler, der auch für die Nazis arbeitete.
Cornelius Gurlitt hat das Kunstmuseum Bern als Erben eingesetzt. Uta Werner bestreitet die Testierfähigkeit ihres Cousins. Der Rechtsstreit liegt beim Oberlandesgericht München.

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