Damals im Bunker
Neu im Kino: "Der Untergang"

Ein Horrorfilm. Er spielt in der klaustrophobischen Atmosphäre eines Bunkers, der für die meisten seiner Insassen zum Grab wird. Oliver Hirschbiegel hat in seinem Film "Das Experiment" bewiesen, dass er solche Schauplätze zu nutzen versteht.

Er kann das auch hier. Nur sind diesmal die Figuren bekannt. Es sind Figuren der Zeitgeschichte: Adolf Hitler, Eva Braun, Joseph und Magda Goebbels, Albert Speer, Heinrich Himmler, gespielt von Bruno Ganz, Juliane Köhler, Ulrich Matthes und Corinna Harfouch, Heino Ferch, Ulrich Noethen. Aus Büchern unter anderem von Joachim Fest und Hitlers Sekretärin Traudl Junge haben Hirschbiegel (Regie) und Bernd Eichinger (Produktion und Drehbuch) einen Thriller gezimmert über die letzten Tage des Regimes, vom 20. April bis zum 2. Mai 1945.

Ein Doku-Drama, vorzüglich inszeniert und gespielt, das aber keine neuen Einsichten vermittelt, weder über das Dritte Reich noch über dessen Protagonisten. Natürlich ist man neugierig zu sehen, wie Bruno Ganz den Hitler gibt, und zum Vorzug des Films lässt sich sagen, dass er und die anderen Schauspieler es vermieden haben, Sympathie, gar Mitleid für ihre Figuren zu erwecken, ohne sie andererseits zu Monstern zu verteufeln - wir sehen einen Film ohne Helden. Aber die Spannung des Films kommt nicht vom Film selbst, sondern von der voyeuristischen Neugier, einem Moment der Geschichte beizuwohnen. Aha, so war das also, damals im Bunker. Der Film berührt uns nicht wirklich. Er macht uns zu Voyeuren.

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