Dank Berlin
Deutsche gewinnen Einfluss in Kunstwelt

Deutschlands Einfluss in der Kunstwelt wächst. Das geht aus einer Studie des Fachmagazins „Art Review“ hervor. An der Spitze der Liste der 100 mächtigsten Menschen in der Branche steht zwar der Schweizer Kurator und Vize-Direktor der Londoner Serpentine Gallery, Hans Ulrich Obrist. Doch auf Platz vier der Mächtigen findet sich bereits der Schwede Daniel Birnbaum, Rektor der Frankfurter Städelschule und diesjähriger Kurator der Biennale in Venedig.
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HB LONDON. In der achten Auflage der Liste gebe es weniger Platzierte aus den USA, dafür mehr aus Deutschland, teilte das Magazin am Donnerstag weiter mit. Damit spiegele sich auch die wachsende Bedeutung von Berlin als eine der bedeutendsten Kunsthauptstädte Europas wider. Obrist sei „einer der aktivsten und am besten vernetzten Personen, den die zeitgenössische Kunstwelt je gesehen hat“.

Der deutsche Kunstexperte im Auktionshaus Sotheby's, Tobias Meyer, schaffte es auf die Position 27. Der Hamburger Poptheoretiker Diedrich Diederichsen platzierte sich auf Rang 46, der Leiter der Berliner Nationalgalerie, Udo Kittelmann, landete auf der Platz 54. Der Kölner Maler Gerhard Richter sackte dagegen von 18 im Vorjahr auf den 57. Rang ab. Als Neueinsteiger schaffte es der Direktor des Kölner Museum Ludwig, Kasper König, auf Platz 60. In die Liste kamen auch Paul Schimmel (82), Daniel Buchholz (85) und Johann König (88).

Der mächtigste Kunstmensch vom vergangenen Jahr, der britische Künstler Damien Hirst, fiel auf Rang 48. Er hatte 2008 als erster Maler seine Werke in einer Auktion verkauft und sich nun etwas aus dem Rampenlicht zurückgezogen. Der britische Sammler Charles Saatchie rutschte von Platz 14 auf 72 ab. Als bestplatzierter Künstler trumpfte dieses Jahr auf Platz zehn der US-Amerikaner Bruce Nauman auf. Mit seinen Werken hatte der Pavillon der USA in diesem Jahr bei der Kunstbiennale in Venedig den Goldenen Löwen geholt. Die Finanzkrise, die auch den Kunstmarkt geschwächt hatte, habe ein Drittel der „Kunstmächtigen“ aus der Rangliste vom Vorjahr geworfen.

Das Fachmagazin wählt die Kandidaten für die jährliche Liste der 100 besten Künstler, Galeristen, Sammler und Kuratoren nach vier Kriterien aus. Die Redaktion berücksichtigt dabei das internationale Gewicht und den Einfluss auf die Schaffung von Kunstwerken, wie bedeutend sie für den Kunstmarkt sind und welchen Beitrag die Kandidaten im Jahr zuvor für die Kunst geleistet haben.

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