Das beschauliche Nebeneinander ist vorbei
Ein neues Kapitel im Buchhandel

Zur Frankfurter Buchmesse meldet die Branche wieder steigende Umsätze. Doch das Geschäft bleibt schwierig. Vor allem der Handel steckt im Umbruch. Der Fusion von Hugendubel und Weltbild werden bald schon weitere folgen.

MÜNCHEN / FRANKFURT. Die Zeiten des beschaulichen Nebeneinanders im deutschen Buchhandel sind vorbei. Mit dem Zusammenschluss der Augsburger Verlagsgruppe Weltbild und des Münchener Traditionshauses Hugendubel zum größten deutschen Buchhändler hat ein Rennen um die Spitzenposition begonnen. Die nächsten Übernahmen und Zusammenschlüsse sind programmiert. "Die Konsolidierung in der Branche wird weitergehen. Andere Bereiche des Einzelhandels sind da schon sehr viel weiter", sagte Nina Hugendubel im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Durch die Allianz von Weltbild und Hugendubel verliert Thalia, die Buchhandelstochter des Handelskonzerns Douglas, die langjährige Marktführerschaft. Die neue Gemeinschaftsfirma von Weltbild und Hugendubel, die DBH Buch Handels GmbH, ist mit einem Umsatz von 672 Millionen Euro und 451 Filialen der mit Abstand größte Buchhändler in Deutschland. DBH ist durch die Fusion sogar zur weltweiten Nummer sieben aufgestiegen.

Erst auf Platz zwei folgt Thalia, die in Deutschland auf rund 100 Filialen vor allem in Mittelstädten kommt. Überraschend kam der Wechsel an der Spitze nicht. In der Hagener Konzernzentrale wurde mit dem Bündnis seit Monaten gerechnet. Doch Thalia hält dagegen. Es sollen weitere Buchhandlungen eröffnet werden. Man prüfe jeden Standort, heißt es in der Hagener Konzernzentrale.

Thalia-Chef Michael Busch hat einen Vorteil: Hinter ihm steht ein finanziell potenter, börsennotierter Handelskonzern, der weitere Zukäufe forciert. Der Konkurrent DBH hingegen muss sein Wachstum aus eigener Kraft finanzieren. Denn Hugendubel ist in Familienbesitz, Weltbild gehört der katholischen Kirche.

Derzeit fallen den beiden Konkurrenten DBH und Douglas die Übernahmeobjekte wie reife Äpfel in den Korb. Vor allem für kleine Buchhandelsketten wird es angesichts des anhaltend schwierigen Marktumfeldes immer schwerer mitzuhalten. Doch es gibt ein Problem. "Die Übernahmeobjekte werden immer kleiner", sagt Branchenexperte Boris Langendorf. Denn die größeren Ketten sind fast ausnahmslos schon verkauft worden.

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