Das Kino, die Liebe, das Leben
Filmtipp: "Die Träumer" von Bernardo Bertolucci

Der Pariser Mai '68. Bernardo Bertolucci, der renommierte italienische Regisseur, erinnert sich liebevoll-verklärend an die Ereignisse von damals.

Seine Träumer: Das sind die Geschwister Isabelle und Theo sowie Matthew, ein junger Amerikaner, den die beiden in der berühmten Pariser Cinémathèque kennen gelernt hatten, bei einer Demonstration gegen die Entlassung des legendären Leiters Henri Langlois. Den laden sie ein, bei ihnen zu wohnen, jedenfalls solange die Eltern weg sind. Die drei sind Film-Enthusiasten. Die Liebe zum Kino verbindet sie.

Die Filme von damals und seine Protagonisten spielen denn auch eine Hauptrolle: Man begegnet ihnen in den Ausschnitten, der Bertolucci in seinen Film holte, liebevollen Erinnerungen an den Aufbruch der 'nouvelle vague'. Auch andere Erfahrungen machen die drei, mit sich selbst und mit der Liebe - die Bertolucci in derselben krassen sexuellen Deutlichkeit zeigt, wie sie bei Gilbert Adair steht, der nach seinem Roman für Bertolucci das Drehbuch schrieb.

Im Film ein Stilbruch: weil die Moral von damals solche sexuellen Szenen weder kannte noch auch brauchte. Bertolucci zeichnet das poetische Porträt dreier junger Menschen, die das Leben vor sich haben. Er folgt nicht der Mythologie, dass der Mai '68 eine vorwiegend politische Veranstaltung war. Er erzählt von drei jungen Menschen, die Spaß am Kino und Vergnügen miteinander haben. Wer weiß, vielleicht war das ja auch so, damals im 68er Mai: dass das Kino und die Liebe und das Leben zusammen gehörten.

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