Datenbank
Digitale Abkürzung auf dem Weg zur Erkenntnis

Immer mehr Museen in Deutschland machen ihre Bestände digital zugänglich. Sie ersparen Forschern aufwendige Recherchen, vor allem in der Anfangsphase ihrer Studien. Ehrgeizige Datenbank-Projekte gingen jüngst in Köln und Berlin online.

DüsseldorfElektronische Datenbanken sind so etwas wie die digitale Abkürzung auf dem Weg zur Erkenntnis. Kunsthistorikern, Archäologen, aber auch einer interessierten Öffentlichkeit sollen sie nicht nur zeitraubende Recherchen nach Beständen und Quellen in den Bibliotheken und Sammlungen dieser Welt ersparen. Sie erschließen Objekte auch für die sehr unterschiedlichen Fragestellungen verschiedener Disziplinen und sorgen am Ende nicht zuletzt für eine beschleunigte Akkumulation von Wissen. Das Studium der Originale können sie natürlich nicht ersetzen.

In Deutschland wird der datenbankgestützte Zugriff auf Sammlungsobjekte vor allem von größeren Museumsverbünden und Bildarchiven wie etwa der Deutschen Fotothek Dresden, Foto Marburg oder dem Rheinischen Bildarchiv Köln vorangetrieben. Das Gros der Sammlungen ist noch nicht soweit, obwohl die digitale und vernetzte Verzeichnung insbesondere Restauratoren und Kuratoren das Leben ungeheuer erleichtern würden. Erst vor zwei Jahren brachte der Deutsche Museumsbund einen „Leitfaden für die Dokumentation von Museumsobjekten“ auf den Weg. Darin heißt es: Die Bestände sind so zu dokumentieren, dass sie einer breiten Öffentlichkeit zugänglich werden und für nachfolgende Generationen erhalten bleiben.“

International vernetzt

Eines der jüngsten und ehrgeizigsten Projekte ist die in Kooperation mit dem Rheinischen Bildarchiv realisierte digitale Verzeichnung der Elfenbeinschnitzereien im Kölner Museum Schnütgen für die internationale Datenbank Gothic Ivories Project. Die 2008 vom Courtauld Institute in London ins Leben gerufene Forschungsdatenbank erfasst die mittelalterliche gotische Elfenbeinschnitzerei und ihre neugotische Rezeption im 19. Jahrhundert. Über 10.000 Fotografien von Elfenbeinarbeiten hält sie mit den dazugehörigen Metadaten, etwa den Informationen zu ihrem Aufbewahrungsort und zur Forschungsliteratur, bereit. So wird das Schnütgenmuseum, das neben singulären frühmittelalterlichen Objekten eine große Zahl französischer Elfenbeine aus dem 13. und 14. Jahrhundert besitzt, zum sichtbaren Teil eines Netzwerkes herausragender internationaler Sammlungen.

In Berlin ging Anfang September nach dreijährigen Vorbereitungen der Gesamtkatalog der antiken Skulpturen auf der Datenbank Arachne online. Er umfasst rund 2.600 Skulpturen der Berliner Antikensammlung und etwa 3.400 Berliner Gipsabgüsse nach Antiken in den Abguss-Sammlungender Freien Universität, der Humboldt-Universität und der Staatlichen Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz. Möglich gemacht hat es eine Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Vorausgegangen war die bereits 2011 zugänglich gemachte Datenbank Antike Bronzen in Berlin.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%