„dc open“
Koordinierte Beutejagd zum Saisonstart

In Köln und Düsseldorf sind die Galerien das ganze Wochenende über geöffnet. Die Veranstaltung „dc open“ ist ideal, um sich in Ruhe ein Bild zu machen von neuen Arbeiten gut eingeführter Künstler.

Düsseldorf/KölnOhne Zeitdruck zeitgenössische Kunst entdecken - das geht für viele Manager und Leistungsträger besonders gut an Wochenenden mit parallelen Galerie-Vernissagen und zusätzlichen Öffnungszeiten. Wenn sich zum Saisonstart dann noch zwei Nachbarstädte wie Düsseldorf und Köln zusammentun bei der "dc open" (dc für Düsseldorf und Cologne), dann vervielfacht sich die Trefferrate im individuellen Beuteschema bei der Jagd nach Neuem in der Kunst.

Dass das Rheinland trotz etlicher nach Berlin abgewanderter Galerien und Künstler auf die Kunstsinnigkeit und Sammelleidenschaft seiner Unternehmer, Freiberufler und Mittelständler setzt, zeigen 70 Galerien aus Düsseldorf und Köln mit dem dritten "dc open"-Wochenende. Zu zahlreichen Einzelausstellungen bekannter Künstler gesellen sich noch die Profile der hier ansässigen Privatsammlungen (Langen Foundation, Hombroich, Schloss Dyck mit der Sammlung Rheingold).

Auch wenn das Programm schon vor der heftigen Talfahrt des Dax im August festgezurrt war - die meisten der ausgestellten Künstlerinnen und Künstler sind keine risikobehafteten Newcomer mehr. Sie sind gut eingeführte Größen, die sich in zahlreichen Galerie- und Museumsausstellungen einen Namen gemacht haben. Das gibt demjenigen, der sein Geld nicht mehr auf der Bank lassen will, aber nicht genug hat, um einen millionenschweren sogenannten Blue Chip zu kaufen, Sicherheit. Sicherheit entsteht durch Künstler, die Marktkarriere machen. Dank der kontinuierlichen Marktpflege ihrer Galeristen haben solche Künstler nationale und internationale Sammler. Regelmäßige Ausstellungen, Katalogproduktion und Messepräsenz schaffen dafür die Voraussetzung.

"Was zählt, ist, dass das Unerwartete eine Chance hat und Überraschung entstehen kann", fordert der Künstler Jan Voss von der Kunst. Seine neuen, oft collagierten Acrylbilder und Reliefs in der Kölner Galerie Boisserée konfrontieren den Betrachter zunächst mit Chaos. Doch Zeichen, Piktogramme und Icons, wie sie uns täglich zu fluten drohen, ordnet der Wahlpariser überraschend unbekümmert im Bildgeviert. Voss' neue Arbeiten kosten zwischen 2600 und 61.500 Euro (bis 15.10.).

Ganz extrem spielt Kris Martin in der Düsseldorfer Galerie Sies + Höke mit dem Überraschenden. Der Belgier lässt sich von Alltagsgegenständen und Fundstücken inspirieren. Etwa von einem Spatz aus Bronze. Der Vogel "Noah" wirkt durch spannungslose Körperhaltung und geschlossene Augen leblos. Indem der Konzeptkünstler Martin dem Tier eine kleine Silberkanne in die Kralle schiebt, tut der Spatz etwas und wirkt so lebendig (18.000 Euro).

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