Deep Purple, Led Zeppelin & Co. „Radikal, intensiv und roh“

Hardrock hat sich allen Moden und Trends erfolgreich widersetzt. Selbst nach 50 Jahren zieht diese Musik Millionen von Fans immer noch in ihren Bann. Über die größten Stars und wichtigsten Akteure der Szene.
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Die britische Band Deep Purple ist auch heute noch aktiv. Quelle: dpa
Dauerbrenner

Die britische Band Deep Purple ist auch heute noch aktiv.

(Foto: dpa)

BerlinAm Anfang war das Riff. Es ist so einfach, dass selbst Menschen, die gar nicht Gitarre spielen können, es auf einer Saite hinbekommen. Gerade die Schlichtheit und die Eingängigkeit machten aus „Smoke On The Water“ einen Jahrhundertsong und Deep Purple zu einer der einflussreichsten Hardrock-Bands.

„Ich glaube wir haben mit unserer Musik gewissermaßen den Weg geebnet“, sagte Drummer Ian Paice. Die 1968 im englischen Hertford gegründete Band Deep Purple hat vor rund fünf Dekaden die harte Spielart des Rock auf den Weg gebracht.

Sie ist aber nicht die einzige Band, die diesen Stil mitgeprägt hat. Auch Led Zeppelin und Black Sabbath gehören dazu. Diese drei Combos gelten als die Urväter eines neuen Sounds, der härter war als alles andere zuvor. „Unser erstes Album sollte ein Frontalangriff auf die Ohren werden, mit einem Sound, den man so noch nie gehört hatte: radikal, intensiv und roh“, sagte Led Zeppelin-Gitarrist Jimmy Page.

Schlamm drüber
Start des 27. Wacken Open Air
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Wacken: Eine kleine, 1800-Seelen-Gemeinde in Schleswig-Holstein – und Veranstaltungsort des größten Metal-Festivals der Welt, des Wacken Open Air (W:O:A). Jahr für Jahr pilgern Anfang August über 70.000 Fans in das Dorf, vervielfachen die Einnahmen örtlicher Lebensmittelhändler und der Gaststätte „Zur Post“ und feiern zu der Musik weltberühmter Bands wie Iron Maiden oder Motörhead sowie sonstiger Szenegrößen. Und an diesem Donnerstag geht es wieder los.

Metalheads aus aller Welt
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Obwohl das Festival offiziell erst am Donnerstag beginnt, pilgern die Headbanger schon seit Beginn der Woche in des Metal-Mekka um – buchstäblich – ihre Zelte aufzuschlagen und zu feiern. Etwa 600 Besucher reisten mit dem „Metal-Train“, einem Sonderzug aus Süddeutschland an.

Heavy-Metal-Fans auf dem Weg nach Wacken
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Und wenigstens einen Tag früher in Schleswig-Holstein zu sein lohnt sich: Bereits am Mittwochabend nämlich findet das traditionelle „Warm-up“ statt. Dann spielen keine Metal-Bands sondern ...

Die Firefighters rocken Wacken
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... die „Wacken Firefighters, die Feuerwehrkapelle der Gemeinde. Seit 2000 gehört der Auftritt des Spielmannzugs, dessen Geschichte sich bis ins Jahr 1900 zurückverfolgen lässt, zum Pflichtprogramm für viele Besucher.

Blasmusik und Schlager
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Mit zünftiger Blasmusik brachten die Wacken Firefighters auf dem Festival die Heavy-Metal-Fans zum Toben. Tausende Besucher rockten zu Schlagerhits vor der Biergarten-Bühne.

Schlammbad in der Menge
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Wiederkehrende Regenschauer hatten die Tanzfläche zwar in eine Schlammlandschaft verwandelt. Das störte die Feiernden allerdings wenig.

Mieses Wetter, gute Stimmung
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Es galt also: Schunkeln, singen, Wetter ignorieren. Festival-Veternanen haben mit schlechtem Wetter ohnehin so ihre Erfahrungen: Auch 2015 verwandelte sich das Gelände schon in eine einzige Schlammpiste.

„Es begann damit, als der klassische Marshall-Verstärker erfunden war und der Gitarrensound so klang, wie auf der ersten Led Zeppelin oder Deep Purples 'In Rock'“, sagte Götz Kühnemund im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Der 51-Jährige ist Journalist und kennt sich mit Hardrock und Heavy Metal aus. „Da kam dieser typische Gitarrensound auf, der alle süchtig gemacht hat“, verdeutlichte der frühere Chefredakteur des „Rock Hard“ und jetzige Boss des Metalmagazins „Deaf Forever“.

Selbst nach all den Jahren füllen Deep Purple und andere alte Schwergewichte wie AC/DC oder Alice Cooper noch die Konzertsäle und sind ständiger Gast auf den großen Rock-Festivals. Wie Kühnemund würden wohl auch viele Fans ihr Erweckungserlebnis mit der Droge Hardrock beschreiben: „Das erste Riff, das ich in meinem Leben gehört habe, hat mich so elektrisiert, dass ich diesen Moment immer wieder haben möchte.“

Den Hardrock und seine Fans zeichnet eine Beständigkeit und ein bestimmter Wertekonservatismus aus, der ein Gegenmodell zum Zeitgeist mit seinen rasch wechselnden Moden und Meinungen darstellt. „Der Bedarf nach authentischen Dingen wächst, je mehr sich alles auf Schnelllebigkeit ausrichtet“, sagte Kühnemund.

Traditionsbewusst und Hype-resistent
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