Deichtorhallen
Keine milden Gaben

Die Hamburger Deichtorhallen feiern ihr 25-jähriges Bestehen mit einer Benefiz-Auktion zeitgenössischer Kunst. Das Angebot des renommierten Ausstellungshauses ist nicht nur attraktiv bestückt. Es lockt auch mit niedrigen Ausrufpreisen.
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HamburgBenefiz-Auktionen sind meistens eine zweischneidige Angelegenheit: Zwar winkt den Bietern neben dem schönen Gefühl, etwas für die gute Sache getan zu haben, die Aussicht auf einen günstigen Preis, weil der Auktionator auf das sonst übliche Aufgeld verzichtet. Nicht selten handelt es sich bei den Losen jedoch um milde Gaben, die der Spender gerne entbehrt. Wird Kunst für einen edlen Zweck versteigert und stammen die Werke von Galerien, sind die Limite oft unattraktiv nah am Galeriepreis.

Anders bei der „Jubilee Art Auction“ zum 25-jährigen Bestehen der Hamburger Deichtorhallen. 52 Lose sind zusammengekommen für die vom Förderkreis der Deichtorhallen organisierte Versteigerung. Für eine Benefiz-Auktion ist schon das Volumen außergewöhnlich: Rund eine Million beträgt die Summe der Galeriepreise der gestifteten Kunstwerke. Sämtliche 52 Arbeiten wurden von Künstlern und/oder ihren Galerien gestiftet, drei stammen von Privatsammlern.

Einige Lose werden zugunsten der Michael Stich Stiftung verkauft, darunter das nominelle Toplos, ein spätes Gemälde von Karl Otto Götz, für das ein Galeriepreis von 70.000 Euro ausgewiesen wird. Zu den weiteren Highlights gehören „Ion XVII“ von John Armleder, „A Woman of Fearsome Beauty Bewitched Him, #2“ von Elizabeth Peyton (47.000 Euro) oder Ai Weiweis „Plate with Flowers“ (60.000 Euro).

Attraktive Ausrufpreise

Von Lokalmatador Daniel Richter gibt es ein neues Gemälde (38.000 Euro). Katharina Grosse, die gerade in einen großen Auftritt im Arsenale auf der Biennale in Venedig hat, steuert ein wohnzimmerkompatibles Tondo bei (20.000 Euro).

Auch für das kleinere Sammlerbudget wird etwas geboten, etwa eine farbige Zeichnung im A4-Format von Thomas Scheibitz (2.600 Euro) oder ein Foto von Tobias Zielony (5.000 Euro), der gerade Deutschland auf der Biennale in Venedig vertritt. Karin Sander und ihre Galerie steuern die launige Installation „Die Zucchini“ bei (4.500 Euro), die aus einem Nagel (Edelstahl) und einer Zucchini (frisch?) besteht.

Die Auktion wird von Christie's durchgeführt, deren Auktionatoren die Ausrufpreise und Limite bei Redaktionsschluss noch nicht festgelegt hatten. Nach Auskunft der Deichtorhallen könnten beide jedoch für viele der Werke bei 30 Prozent der Galeriepreise beginnen.

Die Auktion findet am 21. Mai 2015 um 19 Uhr in der Halle für aktuelle Kunst statt. Bis zum 20. Mai können alle Arbeiten dort vorher besichtigt werden.

PDF-Katalog zum Download.

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