Demonstrationen
Zahlreiche Festnahmen vor ESC-Finale

Rund 120 Millionen Menschen verfolgen heute Abend das ESC-Finale in Baku vor dem Fernseher. Wenige Stunden vor dem TV-Großereignis kam es zu Zusammenstößen zwischen Regierungskritikern und der Polizei.
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BakuDas ESC-Fieber steigt: Am Abend beginnt in der Hauptstadt der Südkaukasusrepublik Aserbaidschan das Finale des Eurovision Song Contest. Geschätzte 120 Millionen Menschen in ganz Europa werden die größte Fernsehshow des Kontinents an ihren Bildschirmen verfolgen. Für Deutschland singt der 21-jährige Roman Lob aus Rheinland-Pfalz beim 57. Grand Prix in Baku, der um 21.00 MESZ beginnt. Mit der Startnummer 20 und der Ballade „Standing Still“ tritt der gelernte Industriemechaniker in der von Deutschen gebauten Crystal Hall am Kaspischen Meer gegen 25 Konkurrenten an.

Als Favoriten auf die Musikkrone gelten aber vor allem die schwedische Sängerin Loreen mit ihrem Mystik-Dance-Popsong „Euphoria“ und die russische Oma-Gruppe Buranowskije Babuschki mit dem Feiersong „Party for Everybody“. Der Sieger, der den Wettbewerb dann für 2013 in sein Heimatland holt, steht gegen Mitternacht MESZ fest. Die offizielle deutsche ESC-Feier steigt wieder auf der Hamburger Reeperbahn, wo rund 5000 Menschen erwartet werden. In der Heimatstadt von Roman Lob, im rheinland-pfälzischen Neustadt (Wied), gibt es ein Public Viewing für 1200 Fans.

Überschattet wurde der ESC auch am Samstag von schwerer Kritik an der autoritären Regierung von Aserbaidschan. Regierungsgegner teilten mit, die Polizei habe bei einer friedlichen Protestaktion am Vorabend in der Zwei-Millionen-Metropole zahlreiche Oppositionelle verprügelt. Mehr als 70 Menschen seien festgenommen und zum Teil erst Dutzende Kilometer vom Stadtzentrum entfernt ausgesetzt worden, hieß es. Vier Teilnehmer der nicht genehmigten Demonstration seien im Schnellverfahren zu fünf bis sechs Tagen Arrest verurteilt worden, berichtete das Internetportal „contact.az“. Am 6. Juni will sich US-Außenministerin Hillary Clinton mit Oppositionsvertretern treffen.

Es sei inakzeptabel, wie Menschen in der Ex-Sowjetrepublik unter Druck gesetzt würden, sagte der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning, dem Südwestrundfunk. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck forderte die ESC-Ausrichter auf, ihre Vergabepraxis zu überdenken. „Dass nicht der Automatismus in jedem Fall greifen muss, ein Land gewinnt den Contest und dann darf sich das Regime entsprechend darstellen“, sagte Beck im Deutschlandradio Kultur.

Die Führung von Präsident Ilcham Alijew hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen und sich massiv über „einseitige“ Berichterstattung westlicher Medien beklagt. Kritiker werfen Alijew Unterdrückung Andersdenkender und Verstöße gegen die Menschenrechte vor. Auch während des ESC gingen die Sicherheitskräfte vor den internationalen Fernsehkameras teilweise brutal gegen Regierungsgegner vor.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • EINSATZ DER BUNDESWEHR IM INNEREN!

    Bestimmt wollen dei BALUEn BRüder wieder bei jemandm diesTEMPELSTEUER einführtreiebn

    http://www.imfdb.org/wiki/File:BB-M16-2.jpg


    What? The (http://i.ytimg.com/vi/jhozx819izU/0.jpg) Nazi Scene also (http://www.imfdb.org/w/images/thumb/4/45/BB-LUGER-3.jpg/600px-BB-LUGER-3.jpg) were left <b>uncensored?</b> by the filtering Proxy?

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