Den "Zauberberg" von Thomas Mann gibt es in japanisch: Größter japanischer Buchladen Europas in Düsseldorf

Den "Zauberberg" von Thomas Mann gibt es in japanisch
Größter japanischer Buchladen Europas in Düsseldorf

Atsuko Takagi ist die erste japanische Buchhändlerin in Europa gewesen. Mittlerweile stehen in ihrem Laden in Düsseldorf über 700 000 Bücher. Damit ist ihr Geschäft die größte japanische Buchhandlung der „Alten Welt“.

HB DÜSSELDORF. Seit fast 30 Jahren verkauft Atsuko Takagi (64) in Düsseldorf Bücher an ihre Landsleute aus dem Fernen Osten, die sich in der westdeutschen Handelsmetropole aufhalten. Sie sei die erste japanische Buchhändlerin in Europa gewesen, berichtet sie stolz. Inzwischen ist ihr Laden die größte japanische Buchhandlung der „Alten Welt“. In den schier endlosen Regalreihen stehen 700 000 Bücher. Zum Angebot gehören aber auch aktuelle Tageszeitungen - sie werden in London und den Niederlanden gedruckt.

Zusammen mit ihrem Mann Tsunejiro kam Takagi vor 40 Jahren nach Deutschland. Der Kurierdienst, bei dem er immer noch angestellt ist, verschickte japanische Zeitungen in alle Welt und brauchte jemanden, der die Verteilung in Deutschland organisierte. Das Paar zählte zu den ersten der heute rund  7000 Japanern in der Region. Weil sich die Japaner jedes Buch damals mühsam in Katalogen bestellen mussten, sah Takagi auf dem Buchmarkt ihre Chance.

Auf 120 Quadratmetern fing sie 1974 mit vier Angestellten an. Zunächst konzentrierte sie sich „auf das Wesentliche“: Bestseller, Schulbücher und Monatszeitschriften. Im Laufe der Jahre wurde das Angebot stetig erweitert. Inzwischen sind 16 Angestellte auf 620 Quadratmetern im Einsatz. Und auch deutsche Literatur ist im Angebot - ins Japanische übersetzt. Klassiker wie Thomas Manns „Zauberberg“ oder Goethes „Faust“: „Ja ja, die sind sehr beliebt.“ Aber auch „Harry Potter“ stehe nicht nur in Deutschland oben auf der Hitliste, auch die Japaner begeistern sich für den Zauberlehrling.

In Deutsch gebe es hauptsächlich Bildbände und Reiseführer über Japan. Beliebt seien bei den Rheinländern aber auch die japanischen Manga-Comics, obwohl die meisten Deutschen die Texte nicht verstünden. Die Comics sind inzwischen Kult: „Unsere deutschen Kunden sind manchmal besser informiert als wir“, schmunzelt Takagis Tochter Yurie.

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