Der Fall Jakob von Metzler
Nah dran an der Wirklichkeit

Vor zehn Jahren wurde der Bankierssohn Jakob von Metzler entführt und ermordet. Eine gelungene ZDF-Verfilmung des Falls rehabilitiert den Ex-Chefermittler Wolfgang Daschner. Das Werk berührt mit seiner Authentizität.
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Hamburg/FrankfurtEs gab diesen einen Moment im Büro Friedrich von Metzlers. Diesen Moment zwischen dem Vater des entführten und ermordeten Jakob von Metzler und dem damaligen Frankfurter Vize-Polizeichef Wolfgang Daschner, der später selbst vor Gericht stand, weil er bei der Suche nach dem Kind dem Täter Folter androhen ließ.

Nach vielen Versuchen habe Daschner sich damals dann doch bereiterklärt zu dem Projekt, beschreibt Filmproduzent Nico Hofmann jenen Moment. Von Metzler soll mit einer Träne im Auge geantwortet haben: „Egal, was uns allen widerfahren ist, ich bin Ihnen so unendlich dankbar.“ Eine Szene jenseits des Films, den das ZDF am 24. September gezeigt hat.

„Der Fall Jakob von Metzler“ beginnt mit der Entführung des elfjährigen Bankierssohns durch den Jurastudenten Magnus Gäfgen vor zehn Jahren und endet mit der Verurteilung Daschners 2004. Unter strengster Geheimhaltung auch vor dem Metzler-Anwesen in Frankfurt gedreht, sorgte die Produktion bereits seit Bekanntwerden vor einigen Wochen immer wieder für Schlagzeilen.

Wie stehen Jakobs Eltern und Geschwister zu der Verfilmung? Die Antwort hatten die Macher bereits auf der ersten Pressekonferenz in Hamburg - um einen Protest Gäfgens zu verhindern, wurde der Film nicht auf DVD verschickt - gegeben: Der Frankfurter Bankiersfamilie war die Verfilmung ein „persönliches Anliegen“, sagte die zuständige ZDF-Redakteurin Caroline von Senden.

Produzent Hofmann, der mit seiner Firma Teamworx schon erfolgreiche Produktionen wie „Der Tanz mit dem Teufel - Die Entführung des Richard Oetker“, „Der Tunnel“, „Dresden“ und „Die Luftbrücke“ realisierte, betont: „Der Familie geht es überhaupt nicht um eine Darstellung ihrer selbst - das am allerwenigsten.“ Es gehe ihr darum zu zeigen, wie sehr sich die Polizei eingesetzt habe. Von Senden: „Es war das Gefühl der Familie Metzler, dass hier jemandem, der das Leben ihres Sohnes versucht hat zu retten, Unrecht widerfahren ist.“ Und auch Schauspieler Robert Atzorn, der den Chefermittler Daschner gibt, hofft, dass dieser Film „auch ein bisschen zu seiner Rehabilitierung beiträgt“.

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  • Schlimm ist doch , dass diese Drecksau ein Buch schreibt, welchen von weiteren Drecksäcken gekauft wird !

  • Ich glaube nicht, dass eine Bewertung der Situation in der die Polizei und Herr Daschner gestanden haben ausschließlich durch Rückzug auf einen Gesetzestext beantwortet werden kann. Verantwortung übernehmen heißt abwägen und in schwierigen Situationen Entscheidungen zu treffen. M.E. hat Herr Daschner vertretbar gehandelt, auch wenn er geltendes Recht brach. Dass hierfür eine nachträgliche Verurteilung erfolgte, die aber im Strafmaß unmittelbar den Konflikt berücksichtigte, geht für mich in Ordnung. Unerträglich empfand und empfinde ich nach wie vor das Geheuchel für die Qual, die ein sadistischer Mörder erlitten haben soll, der selber das Leben eines Kindes seinem Wunsch in 'Saus und Braus' leben zu können geopfert hat. Und dass die Eltern "lebenslang" an dem Tod ihres Kindes leiden, interessiert in der Diskussion offensichtlich auch nicht.....wir wenden uns ja den nächsten Schlagzeilen zu....betrifft uns ja schließlich nicht unmittelbar. Ich wünsche denjenigen, die in Herrn Daschner 'das Böse' sehen, dass sie in für sich selbst und die Seinigen lebensbedrohlichen Situationen Verantwortung übernehmen müssen - dann können Sie mir gerne beweisen, dass Sie trotz persönlicher Betroffenheit kühl reagieren und stets die Einhaltung von Gesetzen im Fokus behalten. Das würde mir dann wirklich Respekt abnötigen.

  • @Karl
    Daschner hat den Zwang angedroht zur unmittelbaren Gefahrenabwehr. Das war und ist seine Begründung. Damit auch du es verstehst, hier die Wiederholung: "Zur UNMITTELBAREN Gefahrenabwehr."
    Ist es für Typen wie dich so schwer zu verstehen, daß die Polizei in akuter Zeitnot war? Glaubst du wirklich, sie hätten dem Mörder Gewalt angedroht, nur um ein Geständnis zu erpressen? Das Geständniss stand 2,5 Stunden vor Ablauf der geschätzten Überlebensdauer des Kindes nicht mehr zur Debatte. Und da faselst du irgendwas von einem absurden Umkehrschluß des"foltern müssens?"
    Daschner ein Paragraphenreiter? Ein Praktiker, der sich um das Leben des entführten Kindes willen zur letzten Maßnahme entschlossen hatte!

    Träum weiter von deinem "sauberen" Rechtsstaat und wünsch dir nie eine Situation wie die Familie Metzler sie durchmachen muß.

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