Kultur + Kunstmarkt
Der Fidelismus lebt weiter

Neue Bücher nähern sich dem kubanischen Diktator an. Auf der Insel gilt - korrekte Daten hin oder her - die Staatsdoktrin. Und so ist das beste Werk eine gelungene Mogelpackung.

DÜSSELDORF. "Es ist traurig, wenn ein Mensch so krank ist, aber er hat Kuba zerstört." Zumindest mit den ersten Worten ihrer Sentenz, die sie einem TV-Reporter ins Mikrofon flüsterte, wollte die junge Exilkubanerin wohl die Reaktion ihrer Landsleute auf die Nachricht von der Erkrankung Fidel Castros etwas relativieren. In der Tat, der laute Jubel in Miamis Straßen zeugte nicht gerade von Pietät. Warum auch, wenn die Exilanten in dem Patienten den am meisten gehassten Mann auf diesem Globus, die Inkarnation des Bösen, sehen.

Doch gejubelt wird auch auf Kuba. Am kommenden Sonntag. Der Maximo Líder hat Geburtstag, seinen 80. Aber das Feiern wird wohl weniger emotionsgeladen sein als in Florida. Nicht als Folge von Castros Krankheit, der Applaus wird offiziell angeordnet, befohlen. Alles unter Kontrolle auf der Zuckerinsel.

Nur nicht die Geburtsurkunden. Denn jene von Fidel soll, so wird in Kuba seit Dekaden kolportiert, dessen Vater, übrigens wie jener von Mao Zedong ein Großgrundbesitzer, einst gefälscht haben. Er machte den damals fünf Jahre alten Knirps um ein Jahr älter, damit dieser früher auf einer Jesuitenschule lernen durfte.

Korrekte Daten hin oder her, es gilt die Staatsdoktrin. Auch für die Buchverlage, die sich von Castros rundem Wiegenfest Auflage versprechen. Die Nase vorn haben müsste dabei "Die Autobiographie des Fidel Castro". Der Grund: Das Buch ist eine gelungene Mogelpackung. Denn in die Haut des Comandante en Jefe schlüpft der mehrfach preisgekrönte kubanische Schriftsteller und Journalist Noberto Fuentes.

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