Der Genuss des Rauchens - von Jim Jarmush
Neu im Kino: "Coffee and Cigarettes"

Ein schöner Titel: Er lässt an ein verrauchtes Café denken, in dem sich Intellektuelle treffen und über Gott und die Welt reden. Genau darum geht es im Film.

Ein Episoden-Film, zusammengesetzt aus elf kurzen Geschichten. Jim Jarmush (51), einer der Protagonisten der unabhängigen New Yorker Filmszene, drehte fünf der Episoden über einen längeren Zeitraum hinweg, sechs kamen jüngst dazu. Die erste Episode entstand 1986 während der Dreharbeiten zu "Down by Law" und erzählt, wie ein nervöser Roberto Benigni (den damals noch kaum einer kannte) seinem zahnweh-leidenden Kollegen Steven Wright vorschlägt, an seiner Stelle zum Zahnarzt zu gehen.

In einer anderen Episode erklärt Tom Waits, dass man den heroischen Entschluss, das Rauchen aufzugeben, am besten mit einer Schachtel Zigaretten feiert. Es ist die vielleicht beste Episode. Sie wurde damals in Cannes als bester Kurzfilm ausgezeichnet und beobachtet zwei Musiker im Café, Tom Waits und Iggy Pop, die genau wissen, was sie voneinander zu halten haben, dieses Wissen aber in schönem Understatement zurückhalten.

In weiteren Episoden trinkt Bill Murray den Kaffee gleich aus der Kanne, trifft sich Cate Blanchett zwischen zwei Interview-Terminen mit ihrer Kusine. Die Beobachtungen sind genau, die Dialoge sind von hübscher Absurdität. Alle Episoden sind Schwarz-weiß, immer wieder blickt die Kamera von oben auf den Café-Tisch. Eine nette Kleinigkeit von Film, sehr amüsant - aber nichts für Nichtraucher.

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