Der Kontakt zu den Schauspielern muss sein
Vom lebenden Gesetz der Serie

Drehbuchautor Felix Huby prägt seit 25 Jahren das deutsche Fernsehen – und ist auch mit 65 gefragt wie nie zuvor.

Rudolf Augstein hatte seine Prinzipien. Eines davon war, dass es „das Grundrecht jedes Menschen ist, ein Buch zu schreiben, aber nicht unbedingt unter dem Namen, der auch im Spiegel erscheint“. Das war 1979, und damals wurde aus dem gelangweilten Stuttgarter Spiegel-Korrespondenten Eberhard Hungerbühler der Drehbuchautor Felix Huby.

Hinter dem Pseudonym Felix Huby verbirgt sich „ein Geschichtenerzähler“, wie er sich selbst gerne nennt, der wie kaum ein anderer Autor deutsche Fernsehgeschichte prägt. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht eine Serie oder ein Spielfilm aus seiner Feder über die Bildschirme der Republik flackert. „Großstadtrevier“, „Polizeiruf 110“, „Rosa Roth“, „Ein Bayer auf Rügen“, „Zwei Brüder“ oder der „Hafendetektiv“ – Huby erfand und schrieb ganze Filmarchive voll. Er war es auch, der mit einem Drehbuch für den Pilotfilm den legendären Kommissar Schimanski aus der Taufe hob, er erfand die Tatort-Kommissare Palü und Bienzle und brachte 1995 mit „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“ die erste Daily Soap ins deutsche Fernsehen.

Im Dezember feierte der gebürtige Schwabe seinen 65. Geburtstag. Eigentlich ein guter Zeitpunkt, es ruhig angehen zu lassen. Die Früchte eines halben Jahrhunderts Berufsleben zu genießen. Nicht so Huby. „Ich bin gefragter als je zuvor“, sagt er und verschränkt die Arme vor seinem wuchtigen Körper. Er weiß, was er kann. Und auch, was andere nicht können. „Mein Tempo haben halt nur wenige.“ Mit 18 flog er wegen Schummelns in der Abiturprüfung von der Schule. Mit 28 dann Chefredakteur beim Verbrauchermagazin DM. Mit 34 beim „Spiegel“ und mittendrin in den Stammheim-Prozessen. Literarisch bleibt er dem geliebten Schwaben bis heute treu: Die Drehbücher für den Stuttgarter Tatort mit Kommissar Bienzle, einem der beliebtesten Tatort-Kommissare, schreibt er seit Jahren im Akkord. Dazu kommen Auftragsarbeiten für Produzenten und Sender, Bücher, Theaterarbeit und ein Musical. Nebenbei unterrichtet Huby noch angehende Drehbuchautoren.

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