Der Western kommt dieses Jahr zu neuen Ehren
Schlachten siegen

Je unsicherer die schnöden Zeiten sind, desto größer wird der Wunsch nach Ablenkung: Das Kino 2004 taucht ab in fiktive Welten.

Das vergangene Jahr endete für die Filmbranche mit einem gewaltigen Kracher: Über acht Millionen Zuschauer machten den „Herrn der Ringe“ zum Herrn der Kinokassen. Und der Film weist den Weg in die Zukunft, denn 2004 wird das Jahr der großen historischen Schlachten. Wie selten zuvor schickt Hollywood alte Helden in neuen Gewändern auf die Leinwand. So Wolfgang Petersen, Deutschland erfolgreichster Regisseur in Amerika, in seinem Kampf um „Troja“ (Filmstart: 20. Mai).

Allein der Trailer verheißt Gigantisches, wenn Brad Pitt als göttlicher Achilles am Bug seines Schiffes mit ausgestrecktem Schwert steht. Je weiter sich die Kamera von ihm entfernt, desto mehr Schiffe sieht man. Keine Kino-Übertreibung, denn laut Homer segelten die Griechen mit 1 186 Schiffen nach Troja.

Für Hollywood sind solche Zahlen im Zeitalter der Computeranimation natürlich ein Leckerbissen. Erlaubt ist, was den Zuschauer ins Staunen versetzt. So wird Colin Farrell als „Alexander der Große“ von Regisseur Oliver Stone ins voluminöse Schlachtgetümmel geschickt. Der stolze Recke, der sein Reich von Mazedonien aus bis weit nach Asien und Nordafrika ausgedehnt hat, ist in Hollywood so beliebt, dass mit Leonardo DiCaprio eine weitere Verfilmung geplant ist.

Von der Antike ins Mittelalter geht es, wenn „King Arthur“ (ab 19. August) und die Ritter der Tafelrunde ihre Schwerter zücken, um Til Schweiger in der Rolle eines bösen Prinzen den Garaus zu machen. Mit diesem Ritterepos will Produzent Jerry Bruckheimer an den immensen Erfolg seines Piratenspektakels „Fluch der Karibik“ anknüpfen.

In diesem Jahr kommt auch der Western zu neuen Ehren. Billy Bob Thornton und Dennis Quaid kämpfen in „The Alamo“ (ab 29. April) gegen ein Heer von Mexikanern für die Unabhängigkeit von Texas. Jude Law kehrt in „Cold Mountain“ (ab 19. Februar) aus dem amerikanischen Bürgerkrieg zurück, Cate Blanchett und Tommy Lee Jones spielen in „The Missing“ (ab 12. Februar) Tochter und Vater, die im Jahre 1885 gegen eine Banditenbande antreten müssen, und Kevin Costner legt sich in „Open Range – Weites Land“ (ab 29. Januar) mit Viehdieben an.

So können die Zuschauer 2004 die schnöden Zeiten im Kinosessel hinter sich lassen, in die Vergangenheit reisen – oder alternativ in Märchenwelten: In „Harry Potter und der Gefangene von Azkaban“ (ab 3. Juni) hat der berühmte Zauberlehrling mit der Nickelbrille seinen dritten Auftritt. Zu ihm gesellt sich „Peter Pan“ (ab 25. März) – als echter Junge (Jeremy Sumpter). Fliegen kann auch „Spider-Man“, der im Spätsommer mit Tobey Maguire in der Titelrolle sein zweites Kinoabenteuer bestehen wird.

Comic-Helden wollen 2004 für Furore sorgen, auch wenn letztjährige Adaptionen wie „Hulk“ und „Darvedevil“ eher enttäuschend waren. So folgt demnächst Halle Berry in einem sexy Outfit als „Catwoman“ (19. August), und aus der Hölle entsteigt der „Hellboy“ (15. April). Auch sie werden getrickste Schlachten schlagen.

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