Der Wunderknabe Keith Haring
Der Männchen-Maler

Mailand widmet dem „Wunderknaben“ Keith Haring eine riesige Schau. Der Künstler schaffte es in den Achtzigern vom Enfant terrible der New Yorker Untergrundszene zum Star. Und noch immer ist der 1990 im Alter von 31 Jahren verstorbene Grafitti-Zeichner das Idol der Mode-Welt.

Naiv-rebellische Comicfiguren sind sein Markenzeichen.

Zur Vernissage der Schau, die man klug in die Zeit der Mailänder Modeschauen gelegt hatte, fanden sich denn auch zahlreiche Vertreter aus Glitzer und Glanz ein. Passend zum Titel der Ausstellung eben: „The Keith Haring Show“.

Mit 150 Werken aus europäischen und amerikanischen Sammlungen – Zeichnungen, Ölgemälden, Skulpturen, Graffitiwänden, Vasen, Bühnenbildern und Fotos – ist die sehenswerte Schau die bisher umfangreichste Haring-Retrospektive.

Das Faible der Modestadt für den Künstler erklärt Ausstellungsmacher Gianni Mercurio mit ihrer engen Wahlverwandtschaft. In der Stadt ist die Kunst zu Hause, eine originelle Idee zu vervielfältigen und zu vermarkten. Der Weg vom genialen Entwurf zum Massenprodukt wird hier tagtäglich im Mode- und Designgeschäft gegangen.

Harings Kunst – etwa die Totem-Skulpturen, die schon 1984 in der Mailänder Galerie von Salvatore Ala bestaunt werden konnten – findet den gleichen Anklang wie Haring- Produkte: Babytisch und Bademantel, Uhrenarmband und Teeservice. Der Glaube an die Vitalität, die Lebenskraft der Kreativität, an die spontane Geste und die Kunst des Augenblicks verbindet die Mailänder Modewelt mit Keith Haring.

Seine Werke waren der Inbegriff der allumfassenden und der angewandten Kunst. Er war ein Genie, von maßlosem, ja manischem Schaffensdrang getrieben.

Er malte nicht aus einem Grund – „Der beste Grund zu malen ist, dass es keinen Grund zu malen gibt“, sagte er über sich selbst –, sondern vor allem für die anderen. Er wollte kommunizieren, gesehen werden und plädierte für die einfache, leicht verständliche Kunst.

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