Design Jagd auf Murano-Glas

Glasvasen der Nachkriegszeit aus Murano sind traditionell gesuchte Stücke, mit denen Quittenbaum Bieter anlockt. Beim Design profitiert das Münchener Auktionshaus vom internationalen Trend zu gewagten Stilkombinationen.
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Aus farblosem Glas mit aufgeschmolzenen Murrinen aus blauem, grünem, violettem und opalweißem Glas: Ercole Baroviers Vase 'Tessere policrome' von 1963. Quelle: Quittenbaum Kunstauktionen
Prachtstück von Ercole Barovier

Aus farblosem Glas mit aufgeschmolzenen Murrinen aus blauem, grünem, violettem und opalweißem Glas: Ercole Baroviers Vase 'Tessere policrome' von 1963. Quelle: Quittenbaum Kunstauktionen

MünchenDer Markt für Design wird bestimmt von einer internationalen anspruchsvollen Klientel, die das Besondere liebt. Ausgefallene Entwürfe gepaart mit Qualität scheinen die Parameter des Erfolges zu sein, der die internationale Bieterschaft aktiv werden lässt. So entbrannte bei Quittenbaum Kunstauktionen bei der Design Auktion am 5. März 2015 ein hitziges Bietgefecht um einen attraktiven Spiegel, der der Mailänder Marke Fontana Arte zugeschrieben ist. Schließlich setzte sich ein süddeutscher Sammler am Telefon mit einem Gebot von 6.000 Euro (ohne Aufgeld) durch. 2.200 bis 3.000 Euro waren für den runden Wandspiegel im ausgefallenen Nußholzrahmen erwartet worden.

Ein Wandspiegel aus Nussbaumholz aus den 1950er-Jahren, der für 6.000 Euro weitergegeben wurde. Quelle: Quittenbaum Kunstauktionen  
Dem Hersteller Fontana Arte zugeschrieben:

Ein Wandspiegel aus Nussbaumholz aus den 1950er-Jahren, der für 6.000 Euro weitergegeben wurde. Quelle: Quittenbaum Kunstauktionen

 

Insgesamt spielte die „Design“ Auktion mit 360 Objekten des 20. und 21. Jahrhunderts rund 154.000 Euro ohne Aufgeld ein. Die Bieter, die aus der ganzen Welt kamen, beteiligten sich neben schriftlichen Aufträgen meist telefonisch oder per Internet an der Auktion. Besonders viele kamen aus den USA. New Yorker Inneneinrichter suchen qualitätvolle Stücke, die zum heute besonders gefragten eklektizistischen Einrichtungsstil passen. Das viel beschworene Cross-over lässt interessante und gewagte Kombinationen zu.

Regalschrank von Eames im Nachverkauf

Dazu passen auch die zwei Vittorio Dassi zugeschriebenen, eleganten Nachtkästchen aus den 1940er-Jahren, die 2.600 Euro erzielten (Taxe: 1.500 bis 1.800 Euro). Zur unteren Schätzung von 8.000 Euro wechselte ein Ensemble aus den 1960er-Jahren von Velca den Besitzer. Es bestand aus einem Sofa und zwei Sesseln aus Stahlrohr und senfgelbem Leder . Ein Hängeschrank von Ettore Sottsass wurde ebenfalls für 8.000 Euro zugeschlagen. Das Unikat entstand 2007 nach einem Originalentwurf von Sottsass (1965) für die Ausstellung „I Wonder Why“ in Triest.

Natürlich sind auch die großen Namen gefragt, allerdings bedeutet dies noch keinen sicheren Verkauf. Im Nachverkauf zu erwerben ist momentan eines der Highlights der Auktion, der Regalschrank ESU 400 von Charles Eames in der Ausführung von Hermann Miller (Schätzpreis 15.000 bis 18.000 Euro).

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